Planungsleistungen für den Neubau einer 4. Reinigungsstufe auf der Zentralkläranlage Chemnitz
Ausgangssituation: Der Zustand des Flusses Chemnitz wird derzeit sowohl chemisch als auch ökologisch als unzureichend eingestuft. Angesichts zukünftiger Umweltanforderungen im Hinblick auf Spu-renstoffe wurde 2016 das Forschungsprojekt "MikroModell" initiiert. Im Rahmen dieses Pro-jektes wurde unter anderem ein Stoffflussmodell entwickelt, welches die Auswirkungen auf Flussgebiete, darunter auch Chemnitz, bei der Umsetzung einer 4. Reinigungsstufe veran-schaulicht. In diesem Kontext kommt der Zentralkläranlage Chemnitz-Heinersdorf eine ent-scheidende Bedeutung zu, da sie eine wesentliche Reduktion der Fracht im Zulauf des Chemnitzflusses bewirkt. Das Forschungsprojekt zeigt jedoch auch, dass trotz der deutli-chen Verbesserung der Gewässerqualität durch die Einführung der 4. Reinigungsstufe in Chemnitz weiterhin Handlungsbedarf entlang des Flussverlaufes besteht. Umsetzung: Aufbauend auf dem bereits durchgeführten Monitoring im Rahmen des Forschungsprojek-tes "MikroModell" und der darauf aufbauenden Machbarkeitsstudie sollen im Hinblick auf die neuen Anforderungen der Kommunalabwasserrichtlinie die Planung für die 4. Reinigungs-stufe durchgeführt werden. Im Rahmen der Planung ist zu ermitteln, welche Verfahrenstechniken umgesetzt werden können, um die anspruchsvollen Ziele aus der Kommunalabwasserrichtlinie und den säch-sischen Anforderungen hinsichtlich der Ablaufqualitäten zu erreichen und darüber hinaus auch langfristig zu gewährleisten. Planungsanforderung: Im Rahmen der Planung zur 4. Reinigungsstufe der Kläranlage Chemnitz-Heinersdorf ist ei-ne Verfahrenstechnik aufzustellen, welche die Ergebnisse des vorliegenden Forschungs-projektes "MikroModell" und der Machbarkeitsstudie berücksichtigt. Zusätzlich sind neue gesetzliche Anforderungen sowohl aus der novellierten Kommunalabwasserrichtlinie an die Dritt- und Viertbehandlung als auch aus dem sächsischen P-Erlass vom Dezember 2024 in der Planung zu berücksichtigen. Die technische Umsetzung soll sich an den betrieblichen, baulichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen orientieren. Für die Planung ergeben sich folgende Planungsanforderungen: -- Der genehmigungskonforme durchgängige Kläranlagenbetrieb ist während und nach der Realisierung des Projektes zu jeder Zeit sicher zu stellen - Bei der Verfahrensauswahl und Auslegung der Anlagentechnik sind Aspekte der Nach-haltigkeit, des Arbeitsschutzes, der Wirtschaftlichkeit und der Energieeffizienz zu be-rücksichtigen (z.B. Einsatz energieoptimierter Pumpen, Reduzierung des Chemikalien-einsatzes) - Um eine fundierte Entscheidungsfindung zu gewährleisten, sind alle Planungs- und Be-wertungsprozesse transparent und nachvollziehbar zu dokumentieren - Während der Planung ist die Einbindung und Berücksichtigung repräsentativer Termine gegenüber Dritten (Stadt, Gremien usw.) zu berücksichtigen - Bewertung der neuen Anforderungen aus der novellierten Kommunalabwasserrichtlinie sowie die daraus resultierenden technischen und rechtlichen Konsequenzen für die Kläranlage - Durchführung eines Monitorings mit den nach der Kommunalabwasserrichtlinie festge-legten Anforderung zur Viertbehandlung inklusive Festlegung geeigneter Probenahme-stellen und Durchführung notwendiger Messkampagnen - Aufbauend auf der Machbarkeitsstudie und den Ergebnissen des Monitorings - Analyse möglicher Eliminationsleistungen geplanter Verfahrensstufen (Dritt- und Viertbehand-lung) sowie Bilanzierung der Gesamtemissionen unter Berücksichtigung von Wirkungs-graden der jeweiligen Verfahrensstufen - Bewertung der Auswirkungen der vorgesehenen Verfahrenstechniken auf die Energiebi-lanz der Kläranlage unter Berücksichtigung des Zieles der Energieneutralität gemäß Kommunalabwasserrichtlinie - Untersuchung und Aufzeigen möglicher Synergieeffekte der vorgesehenen Verfahrens-techniken im Zusammenhang mit den Anforderungen weitergehender Anforderungen gemäß Kommunalabwasserrichtlinie - Entwicklung und Bewertung technischer Konzepte für eine 4. Reinigungsstufe - Prüfung der technischen Realisierbarkeit auf dem Anlagenstandort, einschließlich Platzverhältnissen, Bestandseinbindung und möglichen Synergieeffekten - Durchführung einer Kosten-Nutzen-Analyse im Rahmen einer dynamischen Kostenver-gleichsrechnung, um die finanziellen Auswirkungen der verschiedenen Maßnahmen und Prozesse zu bewerten. Dabei sollten sowohl direkte als auch indirekte Kosten berück-sichtigt und wirtschaftlich optimale Lösungen im Vergleich identifizieren werden. - Fortführung und Erweiterung des Variantenvergleiches der Machbarkeitsstudie unter Einbezug und Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher, technischer und regulato-rischer Erkenntnisse und der daraus folgenden Ableitung von Optimierungsmöglichkei-ten - Klärtechnische Neuberechnung auf Grundlage der Vorzugsvariante für die Kläranlage Chemnitz Heinersdorf - Erstellung eines detaillierten Zeit- und Ablaufplanes zur Realisierung und Umsetzung des gesamten Projektes - Durchführung eines begleitenden Probebetriebes zur Verifizierung der Prozessstabilität, Einhaltung der Zielparameter und Optimierung des Betriebes Es sind Planungsleistungen für folgende Leistungsbilder nach HOAI in der aktuell gültigen Fassung zu erbringen: - Grundleistungen der Leistungsphasen 1 - 9 nach §§ 41 ff. in Verbindung mit Anlage 12 HOAI - Ingenieurbauwerke - Grundleistungen der Leistungsphasen 1 - 6 nach §§ 49 ff. in Verbindung mit Anlage 14 HOAI - Tragwerksplanung - Grundleistungen der Leistungsphasen 1 - 9 nach §§ 53 ff. in Verbindung mit Anlage 15 HOAI - Technische Ausrüstung/ Gebäudetechnik/ EMSR - Grundleistungen der Leistungsphasen 1 - 9 nach §§ 47 ff. in Verbindung mit Anlage 13 HOAI - Verkehrsanlagen
AUFTRAGGEBER
Name
Entsorgungsbetrieb der Stadt Chemnitz
Stadt
Chemnitz
Land
DE
KLASSIFIZIERUNG
Verfahrensart
neg-w-call
Auftragsart
Dienstleistungen
Haupt-CPV
71300000, Ingenieurleistungen.
WEITERE DETAILS
EU-finanziert
Ja
KMU-geeignet
Ja
Elektronische Einreichung
allowed
Rechtsgrundlage
32014L0024
FRISTEN & ZEITRAUM
Angebotsfrist
32 Tage verbleibend(LOT-0000)
Veröffentlicht