Deutsche eVergabe, E-Vergabe-Portal der Healy Hudson GmbH
Bundesweite E-Vergabe-Plattform der Healy Hudson GmbH (Wiesbaden), nach Angaben des Betreibers mit über 23.000 angeschlossenen Vergabestellen und 260.000+ registrierten Unternehmen.
Bundesweit. Schwerpunkt: kommunale Auftraggeber (Städte, Gemeinden, Landkreise, Anstalten d.ö.R.) sowie kommunale Unternehmen (Stadtwerke, Verkehrsbetriebe, Wohnungsgesellschaften). Branchenmix dominiert von Bauarbeiten, Architektur-/Ingenieurleistungen, Ver- und Entsorgung sowie IT.
- 01Die Deutsche eVergabe ist eine bundesweite Bekanntmachungs- und Vergabeplattform der Healy Hudson GmbH (Wiesbaden), aktiv seit Ende der 1990er-Jahre.
- 02Nach Angaben des Betreibers genutzt von rund 23.000 Vergabestellen, überwiegend Kommunen, kommunalen Unternehmen und Landeseinrichtungen, sowie über 260.000 registrierten Bieter-Unternehmen.
- 03Veröffentlicht werden nationale und EU-weite Vergaben nach VgV, UVgO, VOB/A und SektVO, mit Schwerpunkt Bauleistungen, Architektur-/Ingenieurleistungen und Ver-/Entsorgung.
- 04Die Bieter-Registrierung und Angebotsabgabe sind kostenfrei; das Portal nutzt eine zweigeteilte Architektur (öffentliche Suche unter `deutsche-evergabe.de`, Login unter `bieterzugang.deutsche-evergabe.de`).
- 05Patterno indexiert 32,856 Bekanntmachungen aus der Deutschen eVergabe und bündelt sie mit 4.500+ weiteren Plattformen in einer einheitlichen KI-Suche.
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- CPV 45Bauarbeiten10.170 (47.7%)
- CPV 71Architektur-, Bau-, Ingenieur- und Prüfdienste3.651 (17.1%)
- CPV 34Transportmittel1.659 (7.8%)
- CPV 90Abwasser- und Abfallbeseitigung1.310 (6.2%)
- CPV 09Erdöl, Brennstoffe, Strom1.103 (5.2%)
- CPV 79Unternehmensdienste: Recht, Marketing, Beratung860 (4.0%)
- CPV 72IT-Dienste: Beratung, Software, Internet, Support720 (3.4%)
- CPV 48Software-Pakete und Informationssysteme698 (3.3%)
- CPV 30Büromaschinen, IT-Geräte650 (3.0%)
- CPV 33Medizinische Geräte, Pharmazeutika481 (2.3%)
Die Deutsche eVergabe unter deutsche-evergabe.de ist eine bundesweite Bekanntmachungs- und Vergabeplattform für öffentliche Auftraggeber und Bieter. Betrieben wird das Portal von der Healy Hudson GmbH mit Sitz in Wiesbaden, einem der ältesten deutschen Spezialanbieter für elektronische Vergabe, dessen Software-Wurzeln bis 1998 zurückreichen.
Das Portal richtet sich gleichermaßen an Vergabestellen (Kommunen, Landesbehörden, Bundeseinrichtungen, kommunale Unternehmen, Stadtwerke, Zweckverbände) und Bieter (Unternehmen jeder Größe). Auftraggeber veröffentlichen über das System nationale Bekanntmachungen nach UVgO/VOB/A sowie EU-weite Vergaben nach VgV/SektVO und wickeln den gesamten Verfahrenslauf, von der Veröffentlichung über Bieterkommunikation bis zur Submission, elektronisch ab. Bieter können sich kostenfrei registrieren, Vergabeunterlagen herunterladen, Bieterfragen stellen und Angebote über den Bieter-Assistenten rechtskonform einreichen.
Im Patterno-Index sind aktuell 32,856 Bekanntmachungen aus der Deutschen eVergabe erfasst. Damit zählt das Portal zu den volumenstärksten kommunal geprägten E-Vergabe-Plattformen in Deutschland. Charakteristisch ist die Aufteilung in zwei Subdomains: www.deutsche-evergabe.de für die öffentliche Bekanntmachungs-Suche und bieterzugang.deutsche-evergabe.de für den geschützten Bieter-Login.
What is Deutsche eVergabe?
Die Deutsche eVergabe ist eine bundesweite, web-basierte Bekanntmachungs- und Vergabeplattform, die seit Ende der 1990er-Jahre von der Healy Hudson GmbH in Wiesbaden betrieben wird. Funktional verbindet das Portal zwei Komponenten: ein öffentliches Bekanntmachungsregister (Recherche, Filter, Download der Vergabeunterlagen ohne Login) und ein geschütztes Vergabeworkflow-System für Vergabestellen und registrierte Bieter unter der separaten Subdomain bieterzugang.deutsche-evergabe.de.
Die Plattform bildet das gesamte Spektrum der nationalen und EU-weiten Vergabeverfahren ab: nationale Ausschreibungen nach UVgO und VOB/A Abschnitt 1, EU-weite Verfahren nach VgV, SektVO und KonzVgV, ergänzt um Sonderverfahren wie Konzessionsvergaben, Planungswettbewerbe und Innovationspartnerschaften. Die Auftragsarten umfassen Lieferaufträge, Dienstleistungsaufträge und Bauaufträge, wobei die Deutsche eVergabe traditionell einen sehr hohen Bauanteil aufweist, was die starke kommunale Nutzerbasis widerspiegelt.
Rechtlich erfüllt die Deutsche eVergabe die Anforderungen an die elektronische Vergabe aus § 9 ff. VgV (Verschlüsselung der Angebote bis zum Öffnungstermin, sichere Authentifizierung, Nachweisbarkeit der Übermittlung) sowie § 11a EU VOB/A für den Baubereich. Bieter können Angebote in Textform, mit fortgeschrittener elektronischer Signatur oder mit qualifizierter elektronischer Signatur einreichen, welche Signaturstufe genau gefordert ist, regelt die jeweilige Bewerbungsbedingung im konkreten Verfahren.
Technologisch gehört die Deutsche eVergabe zur Healy-Hudson-Plattformfamilie, die auch unter anderen Markennamen wie VMStart und einzelnen Landesportalen zum Einsatz kommt. Anwender, die bereits auf einem Healy-Hudson-System registriert sind, finden ein vertrautes Bedienkonzept wieder, vor allem den charakteristischen Bieter-Assistenten, der Schritt für Schritt durch die Angebotsstruktur führt. Wichtige Glossareinträge für das Verständnis sind E-Vergabe, VgV, UVgO, Vergabeplattform und Digitale Signatur.
Gegenüber anderen E-Vergabe-Plattformen ist die Deutsche eVergabe besonders bei kommunalen Auftraggebern und kommunalen Unternehmen stark vertreten, etwa Stadtwerken, Wohnungsgesellschaften und Verkehrsbetrieben. Bundesbehörden nutzen das Portal nur vereinzelt; sie sind überwiegend an die Bundesplattform evergabe-online.de angeschlossen.
Who operates Deutsche eVergabe?
Betreiberin der Deutschen eVergabe ist die Healy Hudson GmbH, Murnaustraße 10, 65189 Wiesbaden, eingetragen im Handelsregister beim Amtsgericht Wiesbaden unter HRB 12076. Die GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Healy Hudson Holding AG, unter deren Dach auch die Schwestergesellschaft veenion GmbH (operative eProcurement- und impact-ordering-Lösungen für die Einkaufs-Seite) gebündelt ist.
Healy Hudson ist seit 1998 am Markt für elektronische Vergabe tätig und gehört damit zu den ältesten deutschen Spezialanbietern in diesem Segment. Im September 2011 hat sich das Unternehmen strategisch neu ausgerichtet und konzentriert sich seither ausschließlich auf den elektronischen Vergabemarkt, andere Geschäftsfelder (etwa allgemeine IT-Beratung) wurden aufgegeben.
Die Healy Hudson GmbH bietet im Wesentlichen zwei Produkte an: das öffentliche Deutsche eVergabe-Portal als Bekanntmachungs- und Bieterzugangs-Plattform sowie den eVergabe-Workflow, ein internes Vergabemanagement-System, das Vergabestellen nutzen, um den gesamten Vergabeprozess, von der Bedarfsmeldung über die Bekanntmachung bis zum Zuschlag, rechtskonform und revisionssicher abzubilden. Ein internes Vergabesystem kann an das öffentliche Portal angekoppelt werden, sodass Bekanntmachungen mit einem Klick aus dem Workflow heraus auf der Deutschen eVergabe publiziert werden.
Das Portal arbeitet nach einem Public-Private-Partnership-Modell: Healy Hudson stellt die Plattform-Infrastruktur, Vergabestellen erhalten Lizenz- und Service-Pakete (zahlungspflichtig), Bieter haben kostenfreien Zugang. Im August 2009 wurde die zugrundeliegende Software-Lösung mit dem Good-Practice-Label der EU-Kommission ausgezeichnet, damals im Kontext des OWL-Vergabeportals Ostwestfalen-Lippe, das ebenfalls auf Healy-Hudson-Technologie aufbaute.
Die Governance des Portals folgt klassischen GmbH-Strukturen mit eigener Geschäftsführung; das Unternehmen ist privatwirtschaftlich organisiert und steht nicht unter direkter staatlicher Kontrolle, erfüllt aber durch die Anbindung an öffentliche Vergabestellen alle vergaberechtlichen Anforderungen an Plattform-Betreiber (etwa Vertraulichkeit, Datenschutz nach Art. 32 DSGVO, IT-Sicherheit nach ISO-27001-Niveau).
What tenders appear on Deutsche eVergabe?
Im Patterno-Index sind aktuell 32.856 Bekanntmachungen aus der Deutschen eVergabe erfasst (Datenstand: 2024-07-22 bis 2026-05-13). Das Verfahrensspektrum ist stark bauleistungs- und infrastrukturlastig, was die kommunale Auftraggeberstruktur direkt widerspiegelt.
Die wichtigsten CPV-Hauptkategorien verteilen sich wie folgt: 48% Bauarbeiten, 17% Architektur-, Bau-, Ingenieur- und Prüfdienste, 8% Transportmittel. Dominierend sind also Bauarbeiten (CPV 45) mit deutlichem Abstand vor Architektur- und Ingenieurleistungen (CPV 71), gefolgt von Transportmitteln (CPV 34), letztere primär durch kommunale Verkehrsbetriebe und Bauhof-Beschaffungen. Auch Abwasser-/Abfallbeseitigung (CPV 90) und Energieliefer-Verfahren (CPV 09) haben einen signifikanten Anteil, da viele Stadtwerke und kommunale Versorger ihre Ausschreibungen über die Deutsche eVergabe abwickeln. IT-Dienste (CPV 72), Software-Pakete (CPV 48) und Bürobeschaffung (CPV 30) sind zwar präsent, aber im Vergleich zu IT-spezifischen Portalen unterrepräsentiert. Medizinische Geräte und Pharmazeutika (CPV 33) liegen unter 3 %, Klinika und Gesundheitseinrichtungen nutzen das Portal nur am Rande.
Geografisch ist die Reichweite klar gewichtet: 37% Bayern, 19% Nordrhein-Westfalen, 16% Baden-Württemberg. Bayern führt mit weitem Abstand, gefolgt von Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Niedersachsen, diese vier Bundesländer machen zusammen über 85 % aller Bekanntmachungen aus. Die Konzentration auf süd- und westdeutsche Kommunen ist historisch gewachsen, da Healy Hudson dort einen frühen Vertriebsfokus hatte. Ostdeutsche Bundesländer und Stadtstaaten (außer Hamburg mit 3,4 %) sind unterrepräsentiert.
Die Verfahrenstypen verteilen sich so: 87% Offenes Verfahren, 12% Verhandlungsverfahren. Die starke Dominanz offener Verfahren (rund 87 %) ist typisch für die kommunale Beschaffung: Städte und Gemeinden bevorzugen breite Wettbewerbe ohne vorgelagerten Teilnahmewettbewerb, weil dies haushaltsrechtlich am einfachsten zu dokumentieren und gegenüber kommunalen Rechnungsprüfungsausschüssen am robustesten zu verteidigen ist. Verhandlungsverfahren (12 %) kommen vor allem bei komplexeren Dienstleistungen oder IT-Beschaffungen zum Einsatz, nichtoffene Verfahren mit Teilnahmewettbewerb sind mit weniger als 1 % die Ausnahme.
Für Branchen wie Bau & Energie ist die Deutsche eVergabe damit eine der wichtigsten Quellen im deutschen Markt; für IT & Digitalisierung, Consulting und Industrie & Handwerk ist sie als ergänzende Quelle relevant, sollte aber immer mit weiteren Portalen kombiniert werden, da die Branchenabdeckung im Nicht-Bau-Bereich heterogen ist. Eine vollständige Marktabdeckung erreicht man nur durch Bündelung mit weiteren E-Vergabe-Plattformen wie DTVP, evergabe-online (Bund), den Landesportalen und sektorspezifischen Quellen.
How to search tenders on Deutsche eVergabe
- 011. Bieterkonto unter deutsche-evergabe.de anlegen
Rufen Sie
https://www.deutsche-evergabe.deauf und wählen Sie im Header den Bereich Unternehmen → Registrieren. Für die kostenfreie Standard-Registrierung als Bieter geben Sie Firmenname, Anschrift, Ansprechpartner, E-Mail und ein selbstgewähltes Passwort an. Healy Hudson bestätigt die E-Mail-Adresse über einen Doppel-Opt-in-Link. Anschließend pflegen Sie das Unternehmensprofil mit Branchen, CPV-Codes, Referenzen und Standorten ein, ein vollständiges Profil ist Voraussetzung, um zu Verhandlungs- und nichtoffenen Verfahren mit beschränktem Teilnehmerkreis eingeladen zu werden. Die Anlage ist unabhängig von späteren Verfahrensteilnahmen und kostet keine Gebühr. - 022. Bekanntmachungen suchen und filtern
Die öffentliche Bekanntmachungs-Suche ist ohne Login erreichbar. Über die Volltextsuche und die geführten Filter lassen sich laufende Verfahren nach Stichwort, Vergabestelle, Bundesland, PLZ-Umkreis, Verfahrensart (offenes Verfahren, nichtoffenes Verfahren, Verhandlungsverfahren, wettbewerblicher Dialog) und CPV-Code eingrenzen. Auch die Auftragsart (Lieferung, Dienstleistung, Bauauftrag) und die Schwelle (Unterschwelle nach UVgO/VOB/A oder Oberschwelle nach VgV/SektVO/KonzVgV) sind filterbar. Wer dauerhaft Treffer beobachten möchte, kann im eingeloggten Bereich Suchprofile speichern und tägliche E-Mail-Benachrichtigungen aktivieren.
- 033. Vergabeunterlagen herunterladen
Auf der Detailseite einer Bekanntmachung sehen Sie Auftragsgegenstand, Vergabestelle, Schlusstermin (Angebotsabgabe), Bindefrist, ggf. Eröffnungstermin und Verfahrensart. Über den Button Vergabeunterlagen herunterladen erhalten Sie das vollständige Paket: Leistungsverzeichnis (LV), Bewerbungsbedingungen, Eignungsnachweise (z. B. Formblatt 124 bei VOB/A-Verfahren), Vertragsentwurf und, bei Bauleistungen, GAEB-Dateien (X81/X83/X86). Wer als Interessent registriert ist, bekommt automatisch alle nachträglichen Bieterauskünfte, Bekanntmachungsänderungen und Fristverlängerungen per E-Mail zugestellt. Diese Registrierung als Interessent ist Voraussetzung dafür, dass Sie über kurzfristige Änderungen vor Schlusstermin nicht überrascht werden.
- 044. Bieterfragen stellen und Kommunikation führen
Unklarheiten im Leistungsverzeichnis oder in den Bewerbungsbedingungen klären Sie über die portalinterne Kommunikationsfunktion im Bieter-Bereich. Die Frage wird über das Healy-Hudson-System anonymisiert an die Vergabestelle weitergeleitet; die Antwort wird allen registrierten Interessenten ohne Nennung des Fragestellers zugestellt, so wird der Gleichbehandlungsgrundsatz nach § 97 Abs. 2 GWB gewahrt. Stellen Sie Fragen frühzeitig: viele Vergabestellen beantworten Bieterauskünfte aus Rechtssicherheits-Gründen nur bis sechs Kalendertage vor Schlusstermin. Jede dokumentierte Bieterauskunft konkretisiert den Inhalt der Vergabeunterlagen rechtlich und wird Teil der Vertragsgrundlage.
- 055. Angebot über den Bieter-Assistenten einreichen
Die Angebotsabgabe erfolgt unter
bieterzugang.deutsche-evergabe.deüber den Bieter-Assistenten der Healy-Hudson-Software. Sie laden die geforderten Dokumente (ausgefülltes LV, Eigenerklärungen, Preisblatt, Eignungsnachweise, Konzept) in den geschützten Bieter-Bereich hoch. Das Angebotspaket wird Ende-zu-Ende verschlüsselt auf den Servern abgelegt; die Vergabestelle kann es erst nach dem Öffnungstermin entschlüsseln und einsehen. Welche Signaturstufe erforderlich ist, Textform, fortgeschrittene elektronische Signatur (FES) oder qualifizierte elektronische Signatur (QES), geben die Bewerbungsbedingungen vor. Nach erfolgreicher Übermittlung erhalten Sie eine Eingangsbestätigung mit Zeitstempel; diese gilt als Nachweis der fristgerechten Abgabe. - 066. Öffnungstermin, Wertung und Zuschlag verfolgen
Am festgesetzten Öffnungstermin entschlüsselt die Vergabestelle alle eingereichten Angebote in einem geschützten Submissionsraum. Bei VOB/A-Verfahren wird ein Submissionsprotokoll erstellt, das Bieter und ausgelobte Endpreise auflistet; die anonymisierte Submissionsniederschrift kann je nach Vergabestelle den Bietern zugänglich gemacht werden. Die anschließende Wertung umfasst Eignungs-, Angemessenheits- und Zuschlagsprüfung. Über die Plattform erhalten Sie spätestens 10 bzw. 15 Kalendertage vor Zuschlag (§ 134 GWB, Oberschwelle) das Vorabinformationsschreiben, falls Ihr Angebot nicht für den Zuschlag vorgesehen ist. Mit dem Zuschlagsschreiben an den ausgewählten Bieter wird der Vertrag rechtsverbindlich geschlossen.
- 077. Bei Rügeanlass: Vergabekammer einschalten
Erkennen Sie nach Veröffentlichung oder im laufenden Verfahren einen Vergaberechtsverstoß (etwa unzulässige Eignungskriterien, fehlerhafte Wertungsmaßstäbe oder nicht produktneutrale Anforderungen), müssen Sie diesen unverzüglich rügen, bei Oberschwellenverfahren grundsätzlich innerhalb von 10 Kalendertagen nach Kenntnisnahme (§ 160 Abs. 3 GWB). Die Rüge wird über die portalinterne Kommunikation oder formal schriftlich an die Vergabestelle gerichtet. Hilft die Vergabestelle nicht ab, können Sie einen Nachprüfungsantrag bei der zuständigen Vergabekammer stellen. Bei Unterschwellenvergaben ist eine Vergabekammer-Zuständigkeit nicht gegeben; hier bleibt nur der Zivilrechtsweg oder die haushaltsrechtliche Aufsichtsbeschwerde.
Login & registration
Die Registrierung auf der Deutschen eVergabe ist für Bieter kostenfrei und ohne formale Verifizierung möglich. Sie rufen https://www.deutsche-evergabe.de auf, klicken im Header auf Unternehmen → Registrieren und legen ein Konto mit Firmenname, Anschrift, Ansprechpartner, Telefonnummer, E-Mail und Passwort an. Healy Hudson sendet eine Bestätigungs-Mail mit Doppel-Opt-in-Link; nach Klick ist das Konto aktiv und sofort nutzbar.
Nach der Erstregistrierung empfiehlt es sich, das Unternehmensprofil vollständig zu hinterlegen: Branchen und CPV-Codes (für die Sichtbarkeit in Vergabestellen-internen Bieter-Suchen), Referenzprojekte, Anzahl Mitarbeiter, Standorte, Zertifikate (ISO 9001, ISO 14001, EMAS) und ggf. eine elektronische Präqualifikation (PQ-VOB, PQ-VOL). Bei nichtoffenen Verfahren und Verhandlungsverfahren mit beschränktem Teilnehmerkreis wählen Vergabestellen die einzuladenden Bieter teils direkt aus diesem Pool aus, ein vollständiges Profil erhöht die Trefferchance signifikant.
Vergabestellen registrieren sich getrennt: Über vst.deutsche-evergabe.de/account/login läuft der Vergabestellen-Login. Die Erstanlage eines Vergabestellen-Accounts erfolgt nicht selbständig, sondern über einen Vertragsabschluss mit Healy Hudson (Lizenz- und Service-Vertrag). Dabei werden Berechtigungen für Mitarbeiter, Mandantenstrukturen für mehrere Vergabestellen (etwa bei Holding-Konstrukten kommunaler Unternehmen) und die Anbindung an das interne Vergabemanagement (eVergabe-Workflow oder Schnittstellen zu externen Systemen) konfiguriert.
Für die spätere Angebotsabgabe ist eine zusätzliche Authentifizierung erforderlich, abhängig von der in den Bewerbungsbedingungen geforderten Signaturstufe. Bei Textform reicht der eingeloggte Bieter-Account; bei FES bindet das System einen Soft-Zertifikats-Token ein; bei QES wird ein Hardware-Token (Signaturkarte plus Lesegerät) eines qualifizierten Vertrauensdiensteanbieters benötigt. Healy Hudson dokumentiert in seiner Online-Hilfe, welche Signaturlösungen kompatibel sind (typisch: D-Trust, Bundesdruckerei, S-Trust, DGN).
Eine technische Besonderheit ist die strikte Trennung der Subdomains: Während Sie unter www.deutsche-evergabe.de öffentlich recherchieren und Unterlagen herunterladen, werden alle vertraulichen Aktionen (Angebotsabgabe, Bieterkommunikation, Posteingang) automatisch auf bieterzugang.deutsche-evergabe.de umgeleitet. Diese Trennung ist nicht nur Sicherheitsarchitektur, sondern auch ein Compliance-Element: die unterschiedlichen Subdomains lassen sich für DSGVO-Logging, Penetrationstests und ISO-Audits separat behandeln.
Frequently Asked Questions
Was kostet die Nutzung der Deutschen eVergabe für Bieter?+
Für Bieter ist die Registrierung, Recherche und Angebotsabgabe auf deutsche-evergabe.de grundsätzlich kostenfrei. Healy Hudson finanziert das Portal über die angeschlossenen Vergabestellen (Public-Private-Partnership-Modell). Sie können sich kostenlos registrieren, alle Bekanntmachungen einsehen, Vergabeunterlagen herunterladen und Angebote über den Bieter-Assistenten einreichen. Kosten entstehen nur, falls Sie zusätzliche kostenpflichtige Komfort-Funktionen wie erweiterte Suchprofile oder die kommerzielle Wirtschaftsauskunftei-Integration nutzen, die Basisteilnahme an Vergabeverfahren ist davon unabhängig immer gebührenfrei. Gleichzeitig fallen für die rechtskonforme Angebotsabgabe keine Signatur-Gebühren an, sofern die Bewerbungsbedingungen Textform zulassen; nur bei QES-Pflicht müssen Sie ein Zertifikat eines Vertrauensdiensteanbieters (z. B. D-Trust, Bundesdruckerei) finanzieren.
Welche Vergabeverfahren werden auf der Deutschen eVergabe abgebildet?+
Das Portal unterstützt das gesamte Spektrum der nationalen und EU-weiten Vergabeverfahren. Auf nationaler Ebene (Unterschwelle) werden Öffentliche Ausschreibungen, Beschränkte Ausschreibungen mit/ohne Teilnahmewettbewerb, Verhandlungsvergaben und Direktaufträge nach UVgO sowie Bauvergaben nach VOB/A Abschnitt 1 abgebildet. Auf europäischer Ebene (Oberschwelle) sind offene Verfahren, nichtoffene Verfahren, Verhandlungsverfahren mit/ohne Teilnahmewettbewerb, wettbewerblicher Dialog, Innovationspartnerschaft und Planungswettbewerbe nach VgV, SektVO und KonzVgV verfügbar. Laut Patterno-Index dominieren bei der Deutschen eVergabe deutlich die offenen Verfahren (rund 87 %), gefolgt von Verhandlungsverfahren (12 %). Dieses Verhältnis spiegelt die kommunale Auftraggeberstruktur wider, in der die Ausschreibungspflicht meist über offene Verfahren erfüllt wird.
Welche elektronische Signatur ist für die Angebotsabgabe nötig?+
Welche Signaturstufe erforderlich ist, regelt die Vergabestelle in den Bewerbungsbedingungen. Seit der Vergaberechtsreform 2016 und der eIDAS-Verordnung gilt für die meisten Verfahren die Textform (§ 126b BGB) als ausreichend, eine schlichte E-Mail-Bestätigung oder das Klicken eines Bestätigungs-Buttons im Bieterportal genügt. Eine fortgeschrittene elektronische Signatur (FES) wird häufig bei sicherheitskritischen Beschaffungen verlangt; eine qualifizierte elektronische Signatur (QES) mit eIDAS-konformen Zertifikat eines Vertrauensdiensteanbieters bleibt seltenen Verfahren vorbehalten (etwa Konzessionsvergaben oder hochsensiblen Sektorenvergaben). Die Deutsche eVergabe unterstützt alle drei Stufen technisch; entscheidend ist immer die Vorgabe in der konkreten Bekanntmachung, Abweichungen können zum Ausschluss führen.
Warum gibt es zwei Subdomains, deutsche-evergabe.de und bieterzugang.deutsche-evergabe.de?+
Die Deutsche eVergabe trennt aus Sicherheits- und Architektur-Gründen den öffentlichen Recherche-Bereich vom geschützten Verfahrensraum. Unter www.deutsche-evergabe.de liegt die öffentliche Bekanntmachungs-Datenbank: Suchmaske, Verfahrensdetails, kostenfreier Download der Vergabeunterlagen, Unternehmensregistrierung. Unter bieterzugang.deutsche-evergabe.de läuft der eingeloggte Bieter-Bereich: Bieter-Assistent für die Angebotsabgabe, verschlüsselter Upload, Kommunikationsraum mit der Vergabestelle, Posteingang für Bieterauskünfte und Vorabinformationen. Die strikte Trennung erfüllt die Anforderungen an die elektronische Vergabe nach § 9–12 VgV und § 38 SektVO (sichere Datenübermittlung, Vertraulichkeit der Angebote bis zum Öffnungstermin). In Patterno werden beide Subdomains zusammen als logisches Portal deutsche-evergabe.de geführt.
Wer betreibt das Portal, und wie groß ist die Reichweite?+
Betrieben wird die Deutsche eVergabe von der Healy Hudson GmbH mit Sitz in der Murnaustraße 10, 65189 Wiesbaden (Amtsgericht Wiesbaden, HRB 12076). Healy Hudson ist seit 1998 im Markt für elektronische Vergabe aktiv und gehört zu den ältesten Spezialanbietern in Deutschland. Muttergesellschaft ist die Healy Hudson Holding AG, die auch die Schwestergesellschaft veenion GmbH (eProcurement-Software) bündelt. Nach Angaben des Portals sind aktuell rund 23.000 Vergabestellen und über 260.000 Unternehmen registriert. Die Reichweite konzentriert sich stark auf den kommunalen Bereich: Im Patterno-Index entfallen über 65 % der Bekanntmachungen auf kommunale Anstalten d.ö.R. (Städte, Gemeinden, Landkreise), weitere 27 % auf öffentliche Unternehmen (Stadtwerke, Verkehrsbetriebe, Wohnungsgesellschaften).
Welche gesetzliche Grundlage hat die Pflicht zur elektronischen Abgabe?+
Die Pflicht zur elektronischen Angebotsabgabe ergibt sich aus mehreren Rechtsquellen. Für Oberschwellenvergaben ist die elektronische Kommunikation seit dem 18. Oktober 2018 für alle Vergabestellen verbindlich (§ 9 ff. VgV, § 38 SektVO, § 28 KonzVgV). Auf nationaler Ebene normiert die UVgO seit 2017 schrittweise die elektronische Abgabe; § 38 UVgO und die landesspezifischen Einführungserlasse legen fest, ab wann die E-Vergabe auch unterhalb der EU-Schwellenwerte zwingend ist (im Bund seit Oktober 2020, in den Ländern unterschiedlich). Für Bauvergaben nach VOB/A Abschnitt 1 sind in § 11 EU VOB/A vergleichbare Anforderungen normiert. Plattformen wie die Deutsche eVergabe erfüllen die Anforderungen an die sichere Datenübermittlung, Verschlüsselung, Authentifizierung und Nachweisbarkeit aus § 11 VgV bzw. § 11a EU VOB/A.
Können Bieter Fristen und Bieterauskünfte automatisch nachverfolgen?+
Ja, sobald Sie sich als Interessent für eine konkrete Bekanntmachung registriert haben (typisch durch Download der Vergabeunterlagen aus dem eingeloggten Bereich), werden Sie automatisch in den Verteiler des Verfahrens aufgenommen. Sie erhalten dann per E-Mail und im Bieter-Posteingang: alle Bieterauskünfte (anonymisierte Antworten auf Bieterfragen), Bekanntmachungsänderungen (etwa Fristverlängerungen, nachträgliche Anpassungen am Leistungsverzeichnis) und Vorabinformationen nach § 134 GWB. Diese Push-Logik ist rechtlich relevant: Vergabestellen sind verpflichtet, alle Interessenten zeitgleich und gleichmäßig zu informieren, was nur über die portalinterne Zustellung sicher dokumentierbar ist. Wer Vergabeunterlagen anonym (ohne Login) herunterlädt, riskiert, kurzfristige Änderungen zu verpassen, was zu Ausschluss wegen fehlerhaftem Angebot führen kann.
Wo kann ich Vergaberechtsverstöße rügen oder einen Nachprüfungsantrag stellen?+
Vergaberechtsverstöße müssen Sie zunächst unverzüglich gegenüber der Vergabestelle rügen, über die portalinterne Kommunikation der Deutschen eVergabe oder formal schriftlich (§ 160 Abs. 3 GWB). Die Frist beträgt im Oberschwellenbereich grundsätzlich 10 Kalendertage nach Kenntnisnahme; bei Verstößen, die aus der Bekanntmachung erkennbar sind, sogar bereits bis zum Ablauf der Angebotsfrist. Hilft die Vergabestelle der Rüge nicht ab, können Sie binnen 15 Kalendertagen nach Eingang der Nichtabhilfemitteilung einen Nachprüfungsantrag bei der zuständigen Vergabekammer stellen, örtlich zuständig ist die Vergabekammer am Sitz der Vergabestelle (Bundeskartellamt für Bundesvergaben, Landesvergabekammern für Länder/Kommunen). Bei Unterschwellenvergaben ist eine Vergabekammer nicht zuständig; hier bleibt nur der Zivilrechtsweg oder die haushaltsrechtliche Aufsichtsbeschwerde.
Patterno: 4,500+ portals in one search
Die Deutsche eVergabe ist eine der wichtigsten Quellen für deutsche kommunale Vergaben, vor allem im Bau- und Infrastrukturbereich. Aber selbst eine Reichweite von 23.000 Vergabestellen deckt nur einen Ausschnitt der deutschen Beschaffungslandschaft ab: Bundesbehörden, Landesplattformen, sektorspezifische Portale (Bahn, Verteidigung) und kleinere Kommunalplattformen liegen außerhalb des Healy-Hudson-Universums.
Wer in Deutschland strukturiert vertreiben möchte, muss in der Praxis auf 5 bis 15 verschiedenen Vergabeportalen parallel suchen, eine Hürde, die viele Unternehmen entweder mit erheblichem manuellem Aufwand bewältigen oder die zu Lücken in der Marktabdeckung führt. Patterno löst dieses Problem als KI-basierte Meta-Such-Schicht: Wir indexieren die Deutsche eVergabe ebenso wie DTVP, evergabe-online (Bund), die 16 Landesplattformen, Vergabe24, Subreport ELViS, Staatsanzeiger, branchenspezifische Quellen und insgesamt 4.500+ weitere Portale.
Über ein einziges Suchprofil, angereichert mit CPV-Codes, Regionen, Auftraggeber-Typen und freier Stichwortlogik, bündeln wir tagesaktuell die relevanten Bekanntmachungen aus allen Quellen, deduplizieren Mehrfachveröffentlichungen und sortieren die Treffer nach KI-bewerteter Passgenauigkeit zu Ihrem Geschäft. Wenn Sie also bereits auf der Deutschen eVergabe aktiv sind, können Sie Patterno komplementär einsetzen, um keine Tender mehr auf anderen Portalen zu übersehen und Ihre Recherche-Zeit von Stunden pro Tag auf Minuten zu reduzieren.
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