Was ist ein Planungswettbewerb?
Ein Planungswettbewerb ist ein besonderes Vergabeverfahren nach §§ 69–80 VgV, bei dem Planungsentwürfe durch ein unabhängiges Preisgericht bewertet und prämiert werden. Er wird insbesondere im Bereich Architektur, Stadtplanung, Landschaftsarchitektur und Ingenieurwesen eingesetzt.
Arten von Planungswettbewerben
- Offener Wettbewerb: Jeder qualifizierte Teilnehmer kann einen Entwurf einreichen
- Nichtoffener Wettbewerb: Nur ausgewählte Teilnehmer werden zur Entwurfsabgabe aufgefordert (nach Teilnahmewettbewerb)
- Kooperativer Wettbewerb: Teilnehmer können ihre Entwürfe in Rückkopplungsrunden weiterentwickeln
Das Preisgericht
Das Preisgericht ist das zentrale Element des Planungswettbewerbs:
- Mindestens die Hälfte der Jurymitglieder müssen fachkundig sein (Architekten, Ingenieure)
- Die Jury bewertet die Entwürfe anonym
- Vorab festgelegte Bewertungskriterien sichern die Objektivität
- Das Preisgericht erstellt eine Rangfolge und vergibt Preise und Anerkennungen
Ablauf
- Auslobung: Veröffentlichung der Wettbewerbsaufgabe mit Rahmenbedingungen
- Rückfragen: Teilnehmer können Fragen zur Aufgabe stellen (Rückfragekolloquium)
- Bearbeitung: Entwürfe werden in der gesetzten Frist erstellt
- Abgabe: Anonyme Einreichung der Wettbewerbsbeiträge
- Vorprüfung: Formale und inhaltliche Prüfung der Beiträge
- Jurysitzung: Das Preisgericht bewertet und prämiert die Entwürfe
- Beauftragung: In der Regel wird der Gewinner mit der weiteren Planung beauftragt
Vergütung und Preisgelder
Wettbewerbsteilnehmer erhalten in der Regel:
- Preisgelder für die bestplatzierten Entwürfe (mindestens drei Preise)
- Anerkennungen für weitere hochwertige Beiträge
- Die Preissumme orientiert sich an den HOAI-Honoraren
Bedeutung für Bieter
Planungswettbewerbe bieten insbesondere jungen Büros die Chance, sich mit innovativen Entwürfen gegen etablierte Wettbewerber durchzusetzen. Die anonyme Bewertung sorgt für Chancengleichheit. Über Patterno können aktuelle Planungswettbewerbe gezielt überwacht werden.