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Dokumente

Preisblatt

Strukturiertes Kalkulationsdokument im Vergabeverfahren, in dem der Bieter seine Einheitspreise und Gesamtpreise für die ausgeschriebenen Leistungspositionen einträgt.

Was ist ein Preisblatt?

Ein Preisblatt (auch Preisformular oder Kalkulationsblatt) ist ein vom Auftraggeber vorgegebenes Dokument, in dem der Bieter seine Preise für die ausgeschriebenen Leistungspositionen einträgt. Es bildet die Grundlage für die Preiswertung und den späteren Vertrag.

Aufbau eines Preisblatts

Ein typisches Preisblatt ist tabellarisch aufgebaut:

  • Positionsnummer: Laufende Nummer der Leistungsposition
  • Leistungsbeschreibung: Kurzbeschreibung der zu erbringenden Leistung
  • Mengeneinheit: Stück, Stunden, Pauschale, Quadratmeter etc.
  • Menge: Geschätzte oder festgelegte Menge
  • Einheitspreis: Preis pro Mengeneinheit (netto)
  • Gesamtpreis: Einheitspreis × Menge
  • Gesamtsumme: Addition aller Einzelpositionen

Arten von Preisblättern

Nach Vergütungsstruktur:

  • Einheitspreise: Preis pro definierter Einheit (häufig bei Bauleistungen)
  • Pauschalpreise: Festpreis für eine definierte Gesamtleistung
  • Stundensätze: Preis pro Arbeitsstunde nach Qualifikation
  • Rahmenvertragspreise: Preise für Abruf innerhalb eines Rahmenvertrags

Nach Komplexität:

  • Einfaches Preisblatt: Wenige Positionen mit klaren Mengen
  • Mehrstufiges Preisblatt: Hauptpositionen mit Unterpositionen und Optionspositionen
  • Kalkulationsmatrix: Komplexe Preisstrukturen mit verschiedenen Szenarien

Regeln beim Ausfüllen

Bieter müssen beim Ausfüllen des Preisblatts strenge Regeln beachten:

  • Vollständigkeit: Alle Positionen müssen bepreist werden – leere Felder können zum Ausschluss führen
  • Keine Änderungen: Die Struktur des Preisblatts darf nicht verändert werden
  • Konsistenz: Einheitspreise und Gesamtpreise müssen rechnerisch stimmen
  • Keine Bedingungen: Preise dürfen nicht an Bedingungen geknüpft werden
  • Netto-Preise: In der Regel sind Netto-Preise anzugeben, die Umsatzsteuer wird separat ausgewiesen

Rechnerische Prüfung

Der Auftraggeber prüft das Preisblatt rechnerisch:

  • Bei Differenzen zwischen Einheitspreis und Gesamtpreis gilt in der Regel der Einheitspreis
  • Offensichtliche Rechenfehler werden korrigiert
  • Die korrigierte Angebotssumme ist maßgeblich für die Wertung

Zusammenspiel mit dem Leistungsverzeichnis

Das Preisblatt und das Leistungsverzeichnis sind eng verknüpft:

  • Das Leistungsverzeichnis beschreibt was geleistet werden soll
  • Das Preisblatt definiert zu welchem Preis die Leistung angeboten wird
  • Beide zusammen bilden die Grundlage des Vertragsverhältnisses

Häufige Fehler

  • Positionen nicht bepreist: Auch Positionen mit 0,00 € müssen eingetragen werden
  • Rechenfehler: Falsche Multiplikation von Einheitspreis × Menge
  • Formatfehler: Falsche Währung, fehlende Dezimalstellen oder Tausendertrennzeichen
  • Strukturänderungen: Eigenmächtiges Hinzufügen oder Streichen von Positionen
  • Mischkalkulation: Verschiebung von Kosten zwischen Positionen (kann zum Ausschluss führen)

Praxistipp

Bieter sollten das Preisblatt sorgfältig bearbeiten und vor Abgabe eine rechnerische Kontrolle durchführen. Bei elektronischen Vergaben wird die Prüfung oft durch die Plattform unterstützt. Eine transparente Kalkulation schützt vor Nachfragen und stärkt das Vertrauen des Auftraggebers.

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