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Rechtliches

Wertgrenzen

Auftragswertgrenzen, die bestimmen, welches Vergabeverfahren anzuwenden ist und ob vereinfachte Regeln gelten (z.B. Direktvergabe, Unterschwellenvergabe).

Was sind Wertgrenzen im Vergaberecht?

Wertgrenzen sind gesetzlich oder durch Verwaltungsvorschriften festgelegte Auftragswertgrenzen, die bestimmen, welches Vergabeverfahren ein öffentlicher Auftraggeber anwenden muss. Sie bilden ein abgestuftes System von der formlosen Vergabe bis zum streng regulierten EU-Verfahren.

Das Stufensystem der Wertgrenzen

Das deutsche Vergaberecht kennt mehrere Wertgrenzenstufen:

Stufe 1 – Direktvergabe (unterste Wertgrenze):

  • In der Regel bis 1.000 € (variiert nach Bundesland und Auftraggeber)
  • Formlose Vergabe ohne Wettbewerb möglich
  • Dokumentationspflicht bleibt bestehen

Stufe 2 – Freihändige Vergabe / Verhandlungsvergabe:

  • Abhängig von Bundesland und Auftragsart (typisch: bis 25.000–50.000 €)
  • Mindestens drei Angebote einholen
  • Geringere Formvorschriften

Stufe 3 – Beschränkte Ausschreibung / Öffentliche Ausschreibung:

  • Nationale Vergabeverfahren nach UVgO oder VOB/A
  • Unterhalb der EU-Schwellenwerte
  • Veröffentlichungspflicht bei öffentlicher Ausschreibung

Stufe 4 – EU-Vergabeverfahren:

  • Oberhalb der EU-Schwellenwerte
  • Strenge Verfahrensregeln nach VgV, SektVO oder KonzVgV
  • EU-weite Bekanntmachung erforderlich

EU-Schwellenwerte (aktuell)

Die EU-Schwellenwerte werden alle zwei Jahre angepasst:

  • Liefer- und Dienstleistungen (zentrale Stellen): 143.000 €
  • Liefer- und Dienstleistungen (andere): 221.000 €
  • Bauleistungen: 5.538.000 €
  • Sektorenbereich: 443.000 €

Landesrechtliche Wertgrenzen

Die Bundesländer legen eigene Wertgrenzen für den Unterschwellenbereich fest. Diese können erheblich variieren – was in Bayern gilt, muss nicht in Nordrhein-Westfalen gelten. Besonders die erhöhten Wertgrenzen während COVID-19 haben gezeigt, wie dynamisch diese Grenzen angepasst werden können.

Bedeutung für Bieter

Wertgrenzen bestimmen, wie viel Wettbewerb bei einem Auftrag zu erwarten ist. Aufträge im unteren Wertbereich werden oft ohne öffentliche Bekanntmachung vergeben, während Aufträge oberhalb der EU-Schwellenwerte den höchsten Wettbewerb aufweisen. Patterno konzentriert sich auf öffentlich ausgeschriebene Aufträge und hilft, den Wettbewerb systematisch zu überwachen.

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