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VergabeverfahrenFortgeschritten10 min Lesezeit

An Rahmenverträgen teilnehmen

Was Rahmenverträge sind, wie sie funktionieren und wie Sie sich erfolgreich bewerben.

Übersicht der Schritte

  1. 1

    Rahmenverträge verstehen

    Lernen Sie die Grundlagen: Was sind Rahmenverträge, welche Arten gibt es und wann werden sie eingesetzt?

  2. 2

    Ausschreibung finden

    Rahmenverträge werden wie reguläre Ausschreibungen veröffentlicht – meist mit Hinweis auf die Rahmenvertragsstruktur.

  3. 3

    Besondere Anforderungen beachten

    Rahmenverträge haben oft besondere Eignungsanforderungen hinsichtlich Kapazitäten und Lieferfähigkeit.

  4. 4

    Angebot erstellen

    Erstellen Sie ein Angebot, das die Besonderheiten eines Rahmenvertrags berücksichtigt – insbesondere variable Mengen.

  5. 5

    Einzelabrufe managen

    Nach Zuschlag müssen Sie die Einzelabrufe effizient managen und die vereinbarten Konditionen einhalten.

An Rahmenverträgen teilnehmen

Rahmenverträge sind ein wichtiges Instrument der öffentlichen Beschaffung. Sie ermöglichen es Auftraggebern, wiederkehrende Bedarfe effizient zu decken. Für Unternehmen bieten sie planbare, langfristige Geschäftsbeziehungen.

Was ist ein Rahmenvertrag?

Ein Rahmenvertrag (§ 21 VgV) legt die Bedingungen für künftige Einzelaufträge fest, ohne eine konkrete Abnahmeverpflichtung. Der Auftraggeber kann über die Laufzeit (meist 2–4 Jahre) Einzelabrufe tätigen.

Wichtige Merkmale:

  • Keine Mindestabnahme: In der Regel ist keine Mindestmenge garantiert
  • Höchstmenge: Es gibt eine maximale Abrufmenge oder einen Höchstwert
  • Laufzeit: Meist 2–4 Jahre (maximal 4 Jahre, in Ausnahmen länger)
  • Einzelabrufe: Der Auftraggeber ruft bei Bedarf ab

Arten von Rahmenverträgen

1. Rahmenvertrag mit einem Unternehmen:

  • Alle Abrufe gehen an den einen Vertragspartner
  • Einfache Handhabung für beide Seiten
  • Konditionen stehen fest

2. Rahmenvertrag mit mehreren Unternehmen (Multi-Partner):

  • Mehrere Unternehmen werden in den Rahmenvertrag aufgenommen
  • Einzelabrufe erfolgen nach festgelegten Regeln:
    • Kaskadenprinzip: Erst beim Erstplatzierten, bei Nicht-Lieferung beim Zweitplatzierten, etc.
    • Mini-Wettbewerb: Für jeden Abruf wird ein kleiner Wettbewerb unter den Rahmenvertragspartnern durchgeführt

Besonderheiten bei der Kalkulation

Die Kalkulation von Rahmenverträgen erfordert besondere Aufmerksamkeit:

  • Variable Mengen: Sie wissen nicht, wie viel tatsächlich abgerufen wird
  • Fixpreise über die Laufzeit: Oft sind die Preise für die gesamte Laufzeit fixiert
  • Preisanpassungsklauseln: Achten Sie auf Regelungen zur Preisanpassung (Lohngleitklausel, Stoffpreisgleitklausel)
  • Mischkalkulation vermeiden: Jeder Einzelpreis muss für sich wirtschaftlich sein

Vorteile für Unternehmen

  • Planungssicherheit: Langfristiger Auftrag mit kalkulierbaren Einnahmen
  • Geringerer Akquiseaufwand: Ein Vergabeverfahren für mehrere Jahre
  • Kundenbeziehung: Langfristige Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber
  • Erfahrung: Referenzen für künftige Ausschreibungen

Risiken und Herausforderungen

  • Keine Abnahmegarantie: Der Auftraggeber ist nicht verpflichtet, Leistungen abzurufen
  • Preisbindung: Steigende Kosten können die Marge aufzehren
  • Kapazitätsbindung: Sie müssen Kapazitäten für potenzielle Abrufe vorhalten
  • Abhängigkeit: Hohe Abhängigkeit von einem Auftraggeber

Fazit

Rahmenverträge bieten eine attraktive Möglichkeit für langfristige öffentliche Aufträge. Kalkulieren Sie sorgfältig, achten Sie auf Preisanpassungsklauseln und planen Sie Kapazitäten realistisch. Mit Patterno HIT finden Sie Rahmenvertragsausschreibungen frühzeitig und haben genug Zeit für eine fundierte Angebotsbearbeitung.

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