15. Juli 2026
Ausschreibungsdatenbanken in Deutschland: Der große Anbieter-Vergleich 2026
Maurice Funk
Eine Ausschreibungsdatenbank ist eine Software, die öffentliche Ausschreibungen aus vielen verschiedenen Quellen automatisch sammelt, strukturiert aufbereitet und zentral durchsuchbar macht. Unternehmen im B2G-Vertrieb (Business-to-Government) nutzen Ausschreibungsdatenbanken, um passende öffentliche Aufträge zu finden, ohne täglich Dutzende Vergabeplattformen einzeln zu prüfen. In Deutschland reicht das Angebot von der kostenlosen EU-Datenbank TED über klassische kommerzielle Anbieter wie DTAD, Vergabe24, ibau, subreport, evergabe.de und das Deutsche Ausschreibungsblatt bis zu einer neuen Generation KI-gestützter Datenbanken.
Dieser Vergleich ordnet die wichtigsten Anbieter von Ausschreibungsdatenbanken in Deutschland ein: nach Fokus, Abdeckung und Preismodell, inklusive einer Entscheidungshilfe nach Nutzertyp.
Transparenz-Hinweis: Alle Angaben zu Drittanbietern stammen ausschließlich aus deren öffentlich zugänglichen Websites (Stand: Juli 2026). Angaben können sich jederzeit ändern, maßgeblich ist stets die jeweilige Anbieter-Website. Die genannten Abdeckungszahlen verwenden unterschiedliche Einheiten (Quellen, Bekanntmachungen, Portale, Vergabestellen) und sind daher nicht direkt 1:1 vergleichbar.
Warum Ausschreibungsdatenbanken im B2G-Vertrieb unverzichtbar sind
Deutschland hat kein zentrales Portal für öffentliche Ausschreibungen. Bekanntmachungen verteilen sich auf die EU-Ebene (TED), bundesweite E-Vergabe-Systeme wie das Deutsche Vergabeportal (DTVP), Landesportale wie den Staatsanzeiger Baden-Württemberg oder Vergabe.NRW und unzählige kommunale Einzellösungen. Allein in Deutschland sind das hunderte Plattformen, europaweit über 4.500 Vergabeportale. Der Markt dahinter ist enorm: Öffentliche Auftraggeber in der EU vergeben laut EU Single Market Scoreboard jährlich Aufträge im Wert von rund 2 Billionen Euro.
Für den Vertrieb bedeutet diese Zersplitterung: Wer nur zwei oder drei bekannte Portale beobachtet, sieht systematisch nur einen Ausschnitt des Marktes. Genau hier setzen Ausschreibungsdatenbanken an. Sie übernehmen das Monitoring über viele Quellen hinweg, bündeln die Treffer in einer Oberfläche und liefern neue Ausschreibungen per Suchprofil und E-Mail-Benachrichtigung. Aus stundenlanger manueller Recherche wird ein täglicher Posteingang mit relevanten Bekanntmachungen.
Die klassischen Ausschreibungsdatenbanken in Deutschland im Überblick
Sieben Anbieter prägen den deutschen Markt für Ausschreibungsdatenbanken seit Jahren. Alle Angaben sind Eigenangaben der Anbieter, Stand Juli 2026.
TED: die kostenlose EU-Ausschreibungsdatenbank
TED (Tenders Electronic Daily) ist die amtliche Ausschreibungsdatenbank der Europäischen Union, betrieben vom Amt für Veröffentlichungen der EU unter ted.europa.eu. Alle Ausschreibungen oberhalb der EU-Schwellenwerte müssen dort EU-weit veröffentlicht werden. Die Nutzung ist vollständig kostenlos, inklusive Suchfunktion und Benachrichtigungen. TED deckt allerdings nur den Oberschwellenbereich ab; nationale Ausschreibungen unterhalb der Schwellenwerte erscheinen dort nicht.
DTAD
Die DTAD GmbH (Berlin) betreibt eine Plattform für Ausschreibungen und Aufträge, die nach eigenen Angaben „über 12.000 Quellen" auswertet und „99,99 % aller öffentlich publizierten Ausschreibungen aus Deutschland" erfasst, ergänzt um europaweite Ausschreibungen aus der EU. Zur Plattform gehört der chat-basierte KI-Assistent „Frank", der Dokumente liest und Eignungs- sowie Zuschlagskriterien extrahiert. DTAD nennt „mehr als 5.500 Unternehmen" als Kunden. Der Einstieg erfolgt über einen kostenlosen Test, Preise gibt es auf Anfrage. (Quelle: dtad.com, Stand Juli 2026)
Vergabe24
Vergabe24 (Vergabe24 GmbH) bezeichnet sich selbst als Ausschreibungsdatenbank und bündelt nach eigenen Angaben das Angebot führender deutscher Ausschreibungsdienste. Genannt werden „jährlich über 570.000 Ausschreibungen aus Deutschland und Europa" sowie eine Marktpräsenz „seit über 20 Jahren". Unternehmen konfigurieren Suchprofile und erhalten neue Bekanntmachungen per E-Mail. Es gibt eine kostenlose Testversion, die Tarife selbst sind abonnementbasiert. (Quelle: vergabe24.de, Stand Juli 2026)
ibau
ibau (ibau GmbH) ist nach eigener Beschreibung seit 1957 ein Informationsdienst für Ausschreibungen und Aufträge mit besonderer Stärke im Bausektor. Das Portal „ibau Xplorer" liefert laut Anbieter „über 450.000 Bekanntmachungen pro Jahr" von „mehr als 50.000 Vergabestellen"; die Daten werden mit 145 Rechercheuren und künstlicher Intelligenz aufbereitet. Neben öffentlichen Ausschreibungen erfasst ibau auch gewerbliche und private Bauprojekte, kategorisiert nach Bauphase. Die Preise sind individuell, der Einstieg läuft über eine kostenlose Präsentation. (Quelle: ibau.de, Stand Juli 2026)
subreport
Der Verlag subreport (subreport Verlag Schawe GmbH) kombiniert eine Ausschreibungsdatenbank mit der eigenen E-Vergabe-Plattform subreport ELViS, über die Bieter elektronisch an Vergabeverfahren teilnehmen. Nach eigenen Angaben kommen „täglich über 900 neue Ausschreibungen" hinzu. subreport ist traditionell stark im Bauumfeld verbreitet und bietet kostenlosen Support für Ausschreiber und Bieter. Preise werden auf der Website nicht öffentlich ausgewiesen. (Quelle: subreport.de, Stand Juli 2026)
evergabe.de
evergabe.de (eVergabe.de GmbH, Dresden) verbindet die Suche nach öffentlichen und gewerblichen Ausschreibungen mit der digitalen Angebotsabgabe direkt über die Plattform. Bieter registrieren sich kostenlos, laden Vergabeunterlagen kostenfrei herunter und filtern Ausschreibungen per Profisuche nach Region und Branche. Nicht zu verwechseln ist evergabe.de mit der e-Vergabe-Plattform des Bundes (evergabe-online.de), über die Bundesbehörden ihre Verfahren abwickeln. (Quelle: evergabe.de, Stand Juli 2026)
Deutsches Ausschreibungsblatt
Das Deutsche Ausschreibungsblatt wurde 1954 als Fachzeitschrift für öffentliche Auftraggeber gegründet und ist nach eigenen Angaben seit 1996 als Online-Datenbank zur Ausschreibungsrecherche aktiv. Genannt werden „über 260.000 veröffentlichte Bekanntmachungen pro Jahr" und „über 30.000 Bekanntmachungen gleichzeitig live". Zur Recherche gehören Suchprofile mit täglicher E-Mail-Zustellung sowie ein integrierter KI-Chat zur Analyse von Vergabeunterlagen. Es gibt eine kostenfreie Basisversion und einen kostenpflichtigen Komfort-Tarif. (Quelle: deutsches-ausschreibungsblatt.de, Stand Juli 2026)
Die neue Generation: KI-gestützte Ausschreibungsdatenbanken
Die klassischen Ausschreibungsdatenbanken haben das erste Problem des B2G-Vertriebs gelöst: das Sammeln. Statt dutzende Portale zu prüfen, durchsuchen Sie eine Datenbank. Ungelöst blieb lange das zweite Problem: das Bewerten. Schlagwortbasierte Suchprofile liefern täglich lange Trefferlisten, in denen jemand aus Ihrem Team weiterhin von Hand aussortieren muss, was wirklich zum Unternehmen passt. Der Markt reagiert darauf sichtbar: DTAD hat mit „Frank" einen KI-Assistenten integriert, das Deutsche Ausschreibungsblatt einen KI-Chat für Vergabeunterlagen.
KI-native Ausschreibungsdatenbanken gehen diesen Schritt konsequent zu Ende. Patterno bündelt Ausschreibungen aus über 4.500 Vergabeportalen in Europa, inklusive TED und der nationalen Portale. Die Qualified AI Search arbeitet dabei nicht mit Schlagwortlisten, sondern bewertet jede einzelne Ausschreibung individuell gegen das Unternehmensprofil: Produkte, Leistungen, Regionen, Budgetrahmen. Das Ergebnis ist deutlich präziser als reine Schlagwortsuche, es kommen nur qualifizierte Treffer im Postfach an. Dazu kommen eine Dokumentenanalyse, die auch umfangreiche Vergabeunterlagen mit über 100 Seiten in rund 30 Sekunden auswertet, und ein AI Chat, der bei der Erstellung von Angebotsunterlagen unterstützt. Patterno ist für alle Branchen gleichermaßen ausgelegt, für Pharma und Bau gibt es zusätzliche Spezialmodule. Die Preise sind öffentlich: Starter ab 99 €/Monat, Scale ab 499 €/Monat, Enterprise ab 2.499 €/Monat.
Ausschreibungsdatenbanken im Vergleich: Anbieter, Fokus, Abdeckung, Preismodell
| Anbieter | Fokus | Abdeckung (Eigenangabe)¹ | Preismodell |
|---|---|---|---|
| TED | Amtliche EU-Ausschreibungsdatenbank | EU-weit, alle Verfahren oberhalb der EU-Schwellenwerte | Kostenlos |
| DTAD | Ausschreibungen & Aufträge, KI-Assistent „Frank" | „über 12.000 Quellen", Deutschland + EU | Kostenloser Test; Preise auf Anfrage |
| Vergabe24 | Ausschreibungsdatenbank mehrerer Ausschreibungsdienste | „570.000+ Ausschreibungen/Jahr" (Deutschland + Europa) | Abo; kostenlose Testversion |
| ibau | Informationsdienst, Schwerpunkt Bau | „450.000+ Bekanntmachungen/Jahr", „50.000+ Vergabestellen" | Individuell; kostenlose Präsentation |
| subreport | Ausschreibungsdatenbank + E-Vergabe (ELViS) | „täglich 900+ neue Ausschreibungen" | Preise auf Anfrage |
| evergabe.de | Suche + digitale Angebotsabgabe | Öffentliche und gewerbliche Ausschreibungen, Deutschland | Kostenlose Registrierung und Unterlagen-Downloads |
| Deutsches Ausschreibungsblatt | Datenbank + E-Vergabe, KI-Chat | „260.000+ Bekanntmachungen/Jahr" | Kostenfreie Basisversion; Komfort-Tarif |
| Patterno | KI-Datenbank: Qualified AI Search, Dokumentenanalyse, AI Chat | über 4.500 Vergabeportale europaweit inkl. TED | Öffentlich: Starter ab 99 €/Monat, Scale ab 499 €/Monat, Enterprise ab 2.499 €/Monat |
¹ Eigenangaben der Anbieter, Stand Juli 2026. Die Zahlen verwenden unterschiedliche Einheiten (Quellen, Bekanntmachungen, Portale, Vergabestellen) und sind nicht direkt vergleichbar.
Welche Ausschreibungsdatenbank passt zu welchem Unternehmen?
Die beste Wahl hängt weniger vom Anbieter als von Ihrem Nutzungsprofil ab. Vier typische Fälle:
- Gelegenheitsbieter mit klarem Suchfeld: Wenn Sie nur wenige, große Aufträge pro Jahr verfolgen und Ihre Quellen kennen, reichen oft die kostenlosen Wege: TED für EU-weite Verfahren plus das einschlägige Landes- oder Kommunalportal, ergänzt um eine kostenlose Registrierung bei evergabe.de oder die Basisversion des Deutschen Ausschreibungsblatts.
- Bauunternehmen und Handwerk: Im Bausektor haben ibau und subreport eine lange Tradition und tiefe Verankerung, von Bauprojekt-Informationen bis zur elektronischen Angebotsabgabe über ELViS. Wer zusätzlich Positionskalkulation und Nachunternehmer-Management automatisieren will, findet in KI-Plattformen mit Bau-Modulen den nächsten Schritt.
- Bundesweiter B2G-Vertrieb mit Suchprofil-Routine: Für Teams, die regelmäßig über mehrere Regionen und Branchen hinweg bieten, sind kommerzielle Ausschreibungsdatenbanken wie DTAD oder Vergabe24 der etablierte Standard: breite Quellenabdeckung, Suchprofile, tägliches E-Mail-Monitoring.
- Teams mit hohem Volumen und EU-Ambition: Wer viele Ausschreibungen prüft, europaweit sucht und die manuelle Vorqualifizierung loswerden will, profitiert am stärksten von einer KI-gestützten Ausschreibungsdatenbank, die jede Ausschreibung gegen das eigene Profil bewertet und die Dokumentenprüfung gleich mit übernimmt.
Ein praktischer Tipp unabhängig vom Anbieter: Testen Sie jede Ausschreibungsdatenbank gegen Ihre echten Aufträge der letzten zwölf Monate. Eine gute Datenbank hätte alle davon gefunden, bevor Sie sie gefunden haben.
Wenn Sie sehen möchten, wie eine KI-bewertete Trefferliste für Ihr konkretes Profil aussieht: Buchen Sie eine kostenlose Demo mit Patterno. Sie erhalten qualifizierte Ausschreibungen aus über 4.500 Vergabeportalen, bewertet gegen Ihr Unternehmensprofil statt gegen eine Schlagwortliste.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist die beste Ausschreibungsdatenbank in Deutschland?
Eine pauschal beste Ausschreibungsdatenbank gibt es nicht, die Wahl hängt von Suchradius, Branche und Volumen ab. TED ist die kostenlose Referenz für EU-weite Verfahren. DTAD, Vergabe24, ibau, subreport und das Deutsche Ausschreibungsblatt sind etablierte kommerzielle Datenbanken mit unterschiedlichen Schwerpunkten. KI-gestützte Anbieter wie Patterno bewerten Ausschreibungen zusätzlich individuell gegen das Unternehmensprofil. Am verlässlichsten entscheidet ein Test gegen die eigenen, real gewonnenen Aufträge.
Gibt es kostenlose Ausschreibungsdatenbanken?
Ja. TED ist als amtliche EU-Datenbank vollständig kostenlos und deckt alle Ausschreibungen oberhalb der EU-Schwellenwerte ab. evergabe.de bietet eine kostenlose Registrierung mit kostenfreiem Download von Vergabeunterlagen, das Deutsche Ausschreibungsblatt eine kostenfreie Basisversion. Viele kommerzielle Anbieter, darunter DTAD und Vergabe24, bieten kostenlose Tests; Patterno bietet eine kostenlose Demo. Für den Unterschwellenbereich und komfortables Monitoring sind kostenpflichtige Datenbanken meist die praktikablere Lösung.
Was ist der Unterschied zwischen einer Ausschreibungsdatenbank und einer Vergabeplattform?
Eine Vergabeplattform ist das System, auf dem öffentliche Auftraggeber ihre Verfahren veröffentlichen und abwickeln, etwa DTVP, subreport ELViS oder die Landesportale. Eine Ausschreibungsdatenbank sitzt eine Ebene darüber: Sie sammelt Bekanntmachungen aus vielen solcher Plattformen und macht sie zentral durchsuchbar. Vereinfacht: Auf der Vergabeplattform wird veröffentlicht und geboten, in der Ausschreibungsdatenbank wird gefunden. Einige Anbieter wie subreport oder das Deutsche Ausschreibungsblatt kombinieren beides.
Welche Ausschreibungsdatenbank deckt EU-weite Ausschreibungen ab?
Oberhalb der EU-Schwellenwerte werden alle Verfahren verpflichtend über TED veröffentlicht, damit ist TED die amtliche Quelle für EU-weite Ausschreibungen. Mehrere kommerzielle Datenbanken beziehen europäische Verfahren ein: DTAD nennt europaweite Ausschreibungen aus der EU, Vergabe24 nennt Ausschreibungen aus Deutschland und Europa. Patterno erfasst Ausschreibungen aus über 4.500 Vergabeportalen europaweit, inklusive TED und nationaler Portale. Prüfen Sie im Zweifel die konkret angegebene Länderabdeckung des Anbieters.
Was kostet eine Ausschreibungsdatenbank?
Die Spanne reicht von kostenlos (TED, Basisangebote einzelner Anbieter) über Abonnements bis zu individuellen Jahresverträgen. Viele etablierte Anbieter nennen ihre Preise nur auf Anfrage. Patterno veröffentlicht seine Preise: Starter ab 99 €/Monat, Scale ab 499 €/Monat, Enterprise ab 2.499 €/Monat (Stand Juli 2026). Entscheidender als der Listenpreis ist die Gegenrechnung: eingesparte Recherchezeit plus zusätzlich gewonnene Aufträge gegen die Jahreskosten der Datenbank.