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Leitfaden

16. Juni 2026

Welche Vergabeportale gibt es in Deutschland? Der Überblick (2026)

Maurice Funk
Übersicht der wichtigsten Vergabeportale in Deutschland 2026 als Titelbild

In Deutschland gibt es kein einziges, zentrales Vergabeportal. Öffentliche Ausschreibungen werden über drei Ebenen verteilt veröffentlicht: EU-weit über TED (Tenders Electronic Daily) für Aufträge oberhalb der Schwellenwerte, bundesweit über kommerzielle und behördliche E-Vergabe-Plattformen wie DTVP, eVergabe.de oder eVergabe-Online des Bundes, sowie länderspezifisch über Landesportale wie den Staatsanzeiger Baden-Württemberg, Vergabe.NRW, das Vergabeportal Bayern oder die Hessische Ausschreibungsdatenbank (HAD). Insgesamt sind die relevanten Bekanntmachungen über hunderte Plattformen verteilt. Genau diese Zersplitterung ist der Grund, warum eine Bündelung über eine einzige Suche für Bieter so wertvoll ist.

Wie viele Vergabeportale gibt es in Deutschland?

Eine exakte amtliche Gesamtzahl existiert nicht, weil ständig neue Kommunal- und Landesportale hinzukommen und jeder öffentliche Auftraggeber seine bevorzugte Plattform selbst wählt. Klar ist die Größenordnung: Europaweit verteilen sich relevante Ausschreibungen über über 4.500 Plattformen. Allein in Deutschland nutzen die Vergabestellen eine Mischung aus bundesweiten E-Vergabe-Systemen, Landesportalen und kommunalen Einzellösungen.

Der praktische Effekt für Bieter: Wer nur ein oder zwei bekannte Portale beobachtet, sieht systematisch nur einen Ausschnitt des Marktes. Aufträge fallen nicht durch fehlende Qualität durch die Maschen, sondern weil sie auf einer Plattform veröffentlicht wurden, die das eigene Team nicht im Blick hatte.

Welche Ebenen gibt es: EU, Bund und Länder?

Die Veröffentlichungspflicht hängt vom Auftragswert ab. Daraus ergeben sich drei Ebenen:

  • EU-Ebene (oberhalb der Schwellenwerte): Aufträge, die die EU-Schwellenwerte überschreiten, müssen zusätzlich EU-weit auf TED veröffentlicht werden. TED ist die offizielle Plattform der Europäischen Union für europaweite Bekanntmachungen.
  • Bundesweite Plattformen: E-Vergabe-Systeme, die von Auftraggebern unterschiedlicher Ebenen genutzt werden, etwa DTVP, eVergabe.de, eVergabe-Online (das zentrale Bundesportal des Beschaffungsamts des BMI) oder Vergabe24.
  • Landes- und Kommunalebene (unterhalb der EU-Schwelle): Jedes Bundesland hat eigene bevorzugte Portale. Viele Kommunen, Stadtwerke und Klinika setzen darüber hinaus eigene Lösungen ein.

Wichtig: Eine EU-pflichtige Ausschreibung erscheint immer zusätzlich auf TED, nicht ausschließlich. Wer TED nicht beobachtet, sieht bei solchen Aufträgen nur die nationale Veröffentlichung, falls sie überhaupt bemerkt wird.

Die wichtigsten Vergabeportale im Überblick

Die folgende Tabelle ordnet zentrale Portale nach Ebene/Region und Besonderheit ein. Detailseiten zu vielen dieser Plattformen finden Sie in der Portalübersicht.

PortalEbene / RegionBesonderheit
TEDEU-weitOffizielle EU-Plattform für Bekanntmachungen oberhalb der Schwellenwerte
eVergabe-OnlineBundZentrales Bundesportal des Beschaffungsamts des BMI für Vergaben des Bundes
DTVPBundesweitReichweitenstarke E-Vergabe-Plattform, Joint Venture von Bundesanzeiger Verlag und cosinex, technisch auf cosinex VMP basierend
eVergabe.deBundesweit (kommerziell)Kommerzieller Marktplatz aus Dresden, Schwerpunkt Bau, nicht zu verwechseln mit eVergabe-Online
Vergabe24Bundesweit (kommerziell)Kommerzieller Informations- und Vergabedienst
Subreport ELViSBundesweitEtabliertes E-Vergabe-System für die elektronische Submission
StaatsanzeigerLand (z. B. Baden-Württemberg)Amtliche Bekanntmachungsorgane einzelner Bundesländer
Vergabe.NRWLand Nordrhein-WestfalenLandesportal für Vergaben in NRW
Vergabe BayernLand BayernLandesweite Vergabeplattform für Bayern
HAD HessenLand HessenHessische Ausschreibungsdatenbank des Landes

Die genannten Plattformen sind eine Auswahl. In der Praxis kommen zahlreiche weitere Landes-, Kommunal- und Sektorenportale hinzu. Genau deshalb ist der Markt für Bieter ohne Bündelung schwer zu überblicken.

DTVP vs. TED: Was ist der Unterschied?

DTVP und TED werden häufig verwechselt, erfüllen aber unterschiedliche Funktionen.

TED ist die EU-Plattform für europaweite Bekanntmachungen. Aufträge oberhalb der EU-Schwellenwerte müssen dort veröffentlicht werden, damit Unternehmen aus dem gesamten EU-Binnenmarkt sich bewerben können. TED ist also eine Bekanntmachungs- und Transparenzplattform auf EU-Ebene.

DTVP (Deutsches Vergabeportal) ist eine bundesweite E-Vergabe-Plattform der DTVP Deutsches Vergabeportal GmbH, einem Gemeinschaftsunternehmen des Bundesanzeiger Verlags und der cosinex GmbH. Über DTVP veröffentlichen öffentliche Auftraggeber nationale und EU-weite Bekanntmachungen, stellen Vergabeunterlagen bereit und wickeln die elektronische Submission ab. Bieter recherchieren dort laufende Ausschreibungen und reichen rechtssichere Angebote ein.

Kurz gesagt: TED ist die EU-Ebene für die Veröffentlichungspflicht oberhalb der Schwellenwerte, DTVP eine der genutzten Plattformen für die operative Abwicklung in Deutschland. Eine über DTVP veröffentlichte EU-pflichtige Ausschreibung erscheint zusätzlich auf TED.

Welches Vergabeportal gilt für welches Bundesland?

Es gibt keine bundeseinheitliche Zuordnung. Jedes Bundesland und viele Kommunen wählen ihre Plattformen selbst. Einige Beispiele zur Orientierung:

  • Nordrhein-Westfalen: Vergabe.NRW und weitere kommunale Marktplätze.
  • Bayern: das Vergabeportal Bayern für landesweite Vergaben.
  • Hessen: die Hessische Ausschreibungsdatenbank (HAD).
  • Baden-Württemberg und weitere Länder: Staatsanzeiger-Portale als amtliche Bekanntmachungsorgane.

Hinzu kommen bundesweite Systeme wie DTVP oder Subreport ELViS, die quer über die Bundesländer hinweg von einzelnen Auftraggebern genutzt werden. Für Bieter mit überregionalem oder bundesweitem Vertrieb bedeutet das: Eine Beschränkung auf das eigene Bundesland reicht nicht, sobald relevante Aufträge auch in anderen Regionen ausgeschrieben werden.

Warum die Fragmentierung ein Problem ist, und wie sich Portale bündeln lassen

Die Verteilung über über 4.500 Plattformen führt zu zwei wiederkehrenden Mustern in Gesprächen mit Vertriebsteams: erstens der Aufwand, sich überall anzumelden und jedes Portal einzeln zu prüfen, zweitens die Sorge vor einer Abdeckungslücke, also der Frage, ob nicht doch relevante Ausschreibungen auf einem unbeobachteten Portal liegen.

Eine manuelle Abdeckung mehrerer Portale bindet täglich Recherchezeit, ohne dass damit eine systematische Vollständigkeit erreicht würde. Sinnvoller ist die Bündelung: eine einzige Suche, die viele Portale gleichzeitig erfasst und jede Ausschreibung gegen das eigene Profil bewertet, damit nichts Relevantes untergeht.

Genau hier setzt Patterno Hit an. Die KI-gestützte Suche bündelt Ausschreibungen aus über 4.500 Vergabeplattformen europaweit, inklusive der EU-Quelle TED und nationaler Portale wie DTVP, Vergabe24, Staatsanzeiger und HAD. Statt Schlagworte über viele Portale einzeln einzugeben, beschreiben Sie Ihr Geschäft einmal in einem Profil. Die KI bewertet anschließend jede Ausschreibung einzeln auf Relevanz und liefert qualifizierte Treffer im Dashboard oder per E-Mail. Die Entscheidung, ob Sie ein Angebot abgeben, bleibt dabei bei Ihnen.

Einen geführten Einstieg in die Portallandschaft bietet die Portalübersicht von Patterno mit Detailseiten zu den einzelnen Plattformen.

Häufige Fragen

Welche Vergabeportale gibt es in Deutschland?

In Deutschland werden öffentliche Ausschreibungen über drei Ebenen verteilt: EU-weit über TED, bundesweit über E-Vergabe-Plattformen wie DTVP, eVergabe.de, eVergabe-Online des Bundes, Vergabe24 oder Subreport ELViS, sowie länderspezifisch über Portale wie Staatsanzeiger, Vergabe.NRW, Vergabe Bayern und die Hessische Ausschreibungsdatenbank (HAD). Eine zentrale Gesamtplattform für alle Auftraggeber gibt es nicht.

Wie viele Vergabeportale gibt es?

Eine exakte amtliche Zahl existiert nicht, da laufend neue Kommunal- und Landesportale hinzukommen. In der Größenordnung verteilen sich relevante Ausschreibungen europaweit über über 4.500 Plattformen. In Deutschland nutzen Vergabestellen eine Mischung aus bundesweiten Systemen, Landesportalen und kommunalen Einzellösungen.

Was ist der Unterschied zwischen DTVP und TED?

TED ist die offizielle EU-Plattform für Bekanntmachungen oberhalb der Schwellenwerte und erfüllt die EU-weite Veröffentlichungspflicht. DTVP ist eine bundesweite E-Vergabe-Plattform in Deutschland, über die Auftraggeber Bekanntmachungen veröffentlichen und die elektronische Submission abwickeln. Eine EU-pflichtige Ausschreibung erscheint zusätzlich auf TED.

Welches Vergabeportal gilt für mein Bundesland?

Das hängt vom jeweiligen Auftraggeber ab, eine bundeseinheitliche Zuordnung gibt es nicht. Beispiele sind Vergabe.NRW in Nordrhein-Westfalen, das Vergabeportal Bayern in Bayern, die HAD in Hessen und Staatsanzeiger-Portale in mehreren Ländern. Bundesweite Systeme wie DTVP werden zusätzlich quer über die Länder hinweg genutzt.

Brauche ich TED, wenn ich nur national tätig bin?

Sobald ein für Sie relevanter Auftrag die EU-Schwellenwerte überschreitet, wird er auf TED veröffentlicht. Wer TED nicht beobachtet, sieht bei solchen Aufträgen nur die nationale Veröffentlichung. Für Bieter, die auch größere Aufträge abdecken wollen, lohnt sich daher die Einbeziehung von TED.

Wie behalte ich alle relevanten Portale im Blick?

Praktikabel ist eine Bündelung statt manueller Einzelprüfung. Eine KI-gestützte Suche wie Patterno Hit erfasst über 4.500 Plattformen europaweit gleichzeitig, bewertet jede Ausschreibung gegen Ihr Profil und liefert qualifizierte Treffer, damit nichts Relevantes untergeht. Buchen Sie eine Demo und prüfen Sie, welche Ausschreibungen Ihr Team bisher übersehen hat.