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Allgemein

CPV-Code

Einheitliches Klassifikationssystem für öffentliche Aufträge in der EU zur Kategorisierung von Produkten und Dienstleistungen.

Auf einen Blick
  • CPV-Code (Common Procurement Vocabulary) ist das EU-Klassifikationssystem für öffentliche Auftraege.
  • Aufbau: 9-stellig (8 Ziffern hierarchische Baumstruktur + 1 Kontrollziffer mit Bindestrich getrennt).
  • Pflichtangabe in allen EU-weiten Bekanntmachungen auf TED gemaess Verordnung (EG) Nr. 2195/2002.
  • Beispiele: 45000000 Bauarbeiten, 33000000 Medizinprodukte, 72000000 IT-Dienstleistungen, 79000000 Unternehmensdienstleistungen.
  • Offizielle Quelle und Suchmaschine: simap.ted.europa.eu/web/simap/cpv, kostenlos in allen 24 EU-Amtssprachen.

Was bedeutet CPV-Code?

Der CPV-Code (Common Procurement Vocabulary, deutsch: Gemeinsames Vokabular fuer oeffentliche Auftraege) ist das einheitliche Klassifikationssystem der Europaeischen Union zur Beschreibung des Auftragsgegenstands in oeffentlichen Ausschreibungen. Er ordnet jede Liefer-, Dienst- oder Bauleistung einem eindeutigen Zahlencode zu und ermoeglicht so eine sprachunabhaengige Klassifikation ueber alle EU-Mitgliedstaaten und 24 Amtssprachen hinweg. Ein Bieter aus Lissabon kann damit dieselbe Ausschreibung in einer deutschen Bekanntmachung finden wie ein Bieter aus Berlin, allein anhand der Zahlencodes, ohne Uebersetzungsverluste.

Das System wurde mit der Verordnung (EG) Nr. 2195/2002 des Europaeischen Parlaments und des Rates eingefuehrt und mehrfach aktualisiert (zuletzt grundlegend durch Verordnung (EG) Nr. 213/2008). Es loeste die zuvor verwendete CPC-Klassifikation der UN ab und gilt heute als verbindlicher Standard fuer alle Auftraege oberhalb der EU-Schwellenwerte.

Aufbau: Neunstellige Baumstruktur

Jeder CPV-Code besteht aus acht hierarchisch aufgebauten Ziffern plus einer Kontrollziffer, die durch einen Bindestrich abgetrennt wird. Die Struktur folgt einer streng hierarchischen Baumlogik:

  • Ziffern 1-2 (Abteilung): Hauptkategorie, z.B. 45 = Bauarbeiten, 33 = Medizinische Geraete, 72 = IT-Dienstleistungen.
  • Ziffer 3 (Gruppe): Untergliederung innerhalb der Abteilung.
  • Ziffer 4 (Klasse): Weitere Praezisierung.
  • Ziffer 5 (Kategorie): Konkrete Leistungs- oder Produktkategorie.
  • Ziffern 6-8 (Unterkategorien): Feinste Spezifizierung des Auftragsgegenstands.
  • Ziffer 9 (Kontrollziffer): Pruefziffer nach Bindestrich, dient ausschliesslich der Validierung.

Konkretes Beispiel aus dem Bauwesen:

45000000-7  Bauarbeiten
45200000-9  Komplett- oder Teilbauarbeiten im Hoch- und Tiefbau
45210000-2  Bauarbeiten fuer Hochbauten
45213000-3  Bauarbeiten fuer kommerzielle Bauten, Lagerhaeuser und Industriegebaeude, Bauten in Verbindung mit dem Transportwesen

Je tiefer im Baum, desto spezifischer wird der Code. Vergabestellen sollten den moeglichst praezisesten Code waehlen, um Bietern eine zielgenaue Filterung zu ermoeglichen.

Hauptkategorien des CPV

Der CPV deckt mit ueber 9.400 Codes praktisch jede beschaffbare Leistung ab. Die wichtigsten Abteilungen:

  • 03000000 Landwirtschaftliche, gaertnerische und forstwirtschaftliche Erzeugnisse
  • 09000000 Erdoel, Brennstoffe, Strom und sonstige Energiequellen
  • 15000000 Nahrungsmittel, Getraenke, Tabak
  • 30000000 Bueromaschinen, Datenverarbeitungsgeraete
  • 33000000 Medizinische Geraete, Arzneimittel und Koerperpflegeprodukte
  • 34000000 Transportmittel
  • 45000000 Bauarbeiten
  • 48000000 Software-Pakete und Informationssysteme
  • 50000000 Reparatur- und Wartungsdienste
  • 71000000 Architektur-, Konstruktions-, Ingenieur- und Pruefleistungen
  • 72000000 IT-Dienstleistungen: Beratung, Softwareentwicklung, Internet, Unterstuetzung
  • 79000000 Dienstleistungen fuer Unternehmen: Recht, Marketing, Beratung
  • 85000000 Dienstleistungen des Gesundheits- und Sozialwesens
  • 90000000 Abwasser- und Abfallbeseitigungs-, Reinigungs- und Umweltschutzdienste

Eine Vergabestelle kann je Auftrag mehrere CPV-Codes angeben: einen Hauptcode (verpflichtend) sowie beliebig viele Zusatzcodes fuer Nebenleistungen. Diese Mehrfachklassifikation ist wichtig fuer Bieter, weil sie Auftraege auch dann auffinden, wenn der Hauptcode nicht zum eigenen Sortiment passt, ein Zusatzcode aber schon.

Rechtlicher Rahmen & Pflichten

Die Pflicht zur Verwendung des CPV-Codes ergibt sich aus mehreren Ebenen europaeischen und nationalen Vergaberechts:

EU-Ebene. Rechtsgrundlage ist die Verordnung (EG) Nr. 2195/2002 des Europaeischen Parlaments und des Rates ueber das Gemeinsame Vokabular fuer oeffentliche Auftraege. Die Verordnung gilt unmittelbar in allen Mitgliedstaaten und schreibt vor, dass jeder oeffentliche Auftraggeber den Auftragsgegenstand in EU-weiten Bekanntmachungen ausschliesslich anhand des CPV beschreibt. Die letzte umfassende Aktualisierung erfolgte mit Verordnung (EG) Nr. 213/2008. Die EU-Vergaberichtlinie 2014/24/EU verweist in Anhang II und V mehrfach auf den CPV und macht ihn damit zur zwingenden Klassifikation fuer alle Verfahren oberhalb der EU-Schwellenwerte.

Bundesebene. § 37 der VgV und § 11 EU der VOB/A verlangen die Angabe des CPV-Codes in der Auftragsbekanntmachung. Auch im Sektorenbereich (§ 36 SektVO) und bei Konzessionen (§ 19 KonzVgV) ist der CPV verpflichtend. Bei Bekanntmachungen ueber TED (Tenders Electronic Daily) wird der Code zwingend ueber das eForms-Standardformular abgefragt; ohne CPV-Code laesst sich keine Bekanntmachung publizieren.

Unterschwellenbereich. Unterhalb der EU-Schwellenwerte ist die CPV-Angabe rechtlich nicht zwingend, wird aber von praktisch allen Vergabeplattformen (DTVP, Vergabe24, evergabe-online.de, Subreport, Staatsanzeiger) erhoben, damit Bieter ueber CPV-basierte Suchprofile alarmiert werden koennen. Die UVgO empfiehlt die Nutzung des CPV als de-facto-Standard auch im nationalen Bereich.

eForms-Standard. Seit 25. Oktober 2023 muss der CPV-Code im strukturierten eForms-Format uebermittelt werden (Durchfuehrungsverordnung (EU) 2019/1780). Das bringt zusaetzliche Validierungen: TED prueft technisch, ob der angegebene Code aktuell, vollstaendig und korrekt mit Pruefziffer versehen ist. Falsche oder veraltete Codes fuehren zu Ablehnung der Bekanntmachung durch das TED-System.

Rechtsprechung. Die Vergabekammern und der Vergabesenat haben mehrfach klargestellt, dass ein grob falscher CPV-Code einen Verstoss gegen das Transparenzgebot darstellen kann. Wer eine Architektenleistung unter dem Code 71000000 ausschreibt, aber tatsaechlich nur IT-Beratung beschafft, riskiert eine erfolgreiche Ruege und gegebenenfalls die Aufhebung des Verfahrens im Nachpruefungsverfahren. Massgeblich ist, ob potenzielle Bieter den Auftrag bei korrekter Klassifikation gefunden haetten.

Beispiel aus der Praxis

Ein Universitaetsklinikum in Bayern schreibt einen Rahmenvertrag ueber Endoskopie-Geraete inklusive Wartung und Schulungen aus. Der geschaetzte Auftragswert liegt bei 4,5 Mio. Euro, oberhalb des EU-Schwellenwerts fuer Lieferleistungen, also EU-weite Ausschreibung via TED.

Die Vergabestelle muss in der Bekanntmachung CPV-Codes hinterlegen. Die saubere Klassifikation sieht so aus:

  • Haupt-CPV: 33168000-5 (Endoskopie- und Endochirurgie-Geraete), beschreibt den Kern des Auftrags.
  • Zusatz-CPV 1: 50421000-2 (Reparatur und Wartung medizinischer Geraete), fuer den Wartungsanteil.
  • Zusatz-CPV 2: 80561000-4 (Schulung im Gesundheitswesen), fuer die Anwenderschulungen.

Effekt fuer Bieter: Ein spezialisierter Medizingeraete-Anbieter aus Tuttlingen findet die Ausschreibung sofort, weil sein Patterno-Hit-Suchprofil "33168000" als Treffer-Trigger gesetzt hat. Ein Anbieter, der nur Schulungen erbringt, sieht die Ausschreibung ebenfalls, ueber den Zusatzcode 80561000.

Waere die Vergabestelle stattdessen ueber den zu allgemeinen Code 33000000 ("Medizinische Geraete, Arzneimittel und Koerperpflegeprodukte") gegangen, haette das Verfahren tausende irrelevante Bieter im Email-Alarm getriggert, und der spezialisierte Endoskopie-Anbieter waere im Rauschen untergegangen.

Besonders relevant ist die CPV-Wahl im Pharma-Bereich (siehe Branchenseite Pharma): Codes wie 33600000 (Pharmazeutische Erzeugnisse), 33610000 (Arzneimittel fuer das Verdauungs- und Stoffwechselsystem) oder 33651000 (Allgemeine Antiinfektiva zur systemischen Anwendung) entscheiden darueber, ob Generikahersteller einen Rabattvertrag ueberhaupt im Radar haben. Mit Patterno finden Sie alle relevanten Ausschreibungen, bei denen ein bestimmter CPV-Code, oder eine ganze Code-Familie, eine Rolle spielt, automatisiert ueber alle 180+ Vergabeplattformen hinweg.

Häufige Fehler

Bei der Auswahl und Angabe von CPV-Codes wiederholen sich auf Vergabestellen- wie auf Bieterseite typische Fehler. Die fuenf wichtigsten:

  • Zu allgemeiner Code. Vergabestellen waehlen oft den naechsthoeheren Knoten im Baum statt einer praezisen Unterkategorie, etwa 72000000 (IT-Dienstleistungen) statt 72611000 (Technische Computerunterstuetzung). Folge: Tausende falsche Treffer fuer Bieter, niedrige Qualitaet der Bewerbungen, hoher Aufklaerungsaufwand.
  • Veralteter Code. Die CPV-Liste wird periodisch ueberarbeitet. Codes, die in alten Vergabeunterlagen kopiert werden, koennen inzwischen ungueltig oder umbenannt sein. Das TED-eForms-System lehnt veraltete Codes automatisch ab.
  • Falsche Pruefziffer. Die neunte Ziffer ist eine berechnete Kontrollziffer. Wer einen Code per Hand abtippt und die Pruefziffer raet, riskiert eine technische Ablehnung der Bekanntmachung.
  • Hauptcode ohne Zusatzcodes. Bei kombinierten Auftraegen (z.B. Lieferung + Installation + Schulung) wird oft nur der Hauptcode angegeben. Bieter, deren Schwerpunkt auf einer Nebenleistung liegt, finden die Ausschreibung nicht. Best Practice: Immer alle relevanten Zusatzcodes vergeben.
  • Bieter sucht nur nach Schlagworten statt nach CPV. Wer auf Vergabeplattformen mit Freitextsuche "Endoskopie" sucht, verpasst Ausschreibungen, in deren Titel "medizinische Diagnostik" steht, der CPV aber 33168000 lautet. Die CPV-basierte Suche ist deutlich treffsicherer als Schlagwortsuche.
  • Verwechslung CPV mit eClass oder UNSPSC. Im privatwirtschaftlichen Einkauf werden eClass (Deutschland) und UNSPSC (international) genutzt. Diese Klassifikationen sind nicht mit dem CPV identisch. Fuer oeffentliche Auftraege gilt ausschliesslich der CPV.

Best Practices

Wer als oeffentlicher Auftraggeber CPV-Codes sauber vergibt und als Bieter CPV-basiert sucht, hebt deutliche Effizienzgewinne. Sechs Empfehlungen aus der Praxis:

  • Offizielles CPV-Suchtool nutzen. Die EU stellt unter simap.ted.europa.eu/web/simap/cpv eine kostenlose Suchmaschine bereit, die in allen 24 EU-Amtssprachen funktioniert. Vergabestellen sollten den Code dort verifizieren, nicht aus alten Vorlagen kopieren.
  • Praezisesten Code waehlen. Gehen Sie im Baum so tief wie moeglich. Ein 8-stelliger Code mit konkretem Bezug zum Auftragsgegenstand bringt deutlich qualifiziertere Bieter als ein 4-stelliger Sammelbegriff.
  • Zusatzcodes grosszuegig setzen. Jeder relevante Aspekt des Auftrags, Hauptleistung, Nebenleistungen, Wartung, Schulung, Lizenzen, verdient einen eigenen CPV-Code. So maximieren Sie die Sichtbarkeit fuer alle in Frage kommenden Bietergruppen.
  • Code-Familien als Bieter abonnieren. Statt einzelner Codes (etwa 33651000) sollten Bieter ganze Familien (33600000 ff.) als Suchprofil hinterlegen. Bei feinen Code-Wechseln durch die Vergabestelle gehen sonst Treffer verloren.
  • CPV-Mapping pflegen. Erstellen Sie intern ein Mapping zwischen Ihren Produkten/Dienstleistungen und den passenden CPV-Codes. Das vereinfacht spaetere Suchprofile, Vertriebskampagnen und das Briefing der eigenen Sales-/Bid-Teams.
  • CPV bei Verdacht auf falsche Klassifikation pruefen und ruegen. Wenn Sie als Bieter eine Ausschreibung nur zufaellig finden, weil sie unter einem falschen CPV publiziert wurde, ist das ein moeglicher Verstoss gegen das Transparenzgebot. Eine rechtzeitige Ruege kann die Vergabestelle zur Korrektur und Fristverlaengerung zwingen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein CPV-Code?+

Ein CPV-Code (Common Procurement Vocabulary) ist ein neunstelliger Zahlencode, mit dem die Europaeische Union jede Liefer-, Dienst- oder Bauleistung in oeffentlichen Auftraegen einheitlich klassifiziert. Er besteht aus acht hierarchisch aufgebauten Ziffern plus einer Kontrollziffer, die durch Bindestrich abgetrennt ist (z.B. 45000000-7 fuer Bauarbeiten). Der Code dient der sprachunabhaengigen Beschreibung des Auftragsgegenstands ueber alle 24 EU-Amtssprachen hinweg. Rechtsgrundlage ist die Verordnung (EG) Nr. 2195/2002. Fuer alle EU-weiten Bekanntmachungen auf TED ist die Angabe mindestens eines Haupt-CPV-Codes verpflichtend; zusaetzliche Codes fuer Nebenleistungen koennen frei vergeben werden.

Wie finde ich den richtigen CPV-Code?+

Der einfachste Weg ist das offizielle CPV-Suchtool der EU unter simap.ted.europa.eu/web/simap/cpv. Dort koennen Sie nach Stichworten in deutscher Sprache suchen und erhalten alle dazu passenden Codes inklusive Baumstruktur. Alternativ bieten viele Vergabeplattformen (DTVP, Vergabe24, evergabe-online.de) eigene CPV-Assistenten, oft mit einer hierarchischen Klick-Navigation. Faustregel: Steigen Sie im Baum so tief wie moeglich ab und waehlen den praezisesten Code, der den Auftragsgegenstand abdeckt. Bei kombinierten Leistungen lohnt es sich, mehrere Codes, einen Haupt- und mehrere Zusatzcodes, zu vergeben. Vermeiden Sie es, Codes aus alten Vergabeunterlagen zu kopieren, da die Liste regelmaessig aktualisiert wird und Codes ungueltig werden koennen.

Was ist die CPV?+

CPV steht fuer Common Procurement Vocabulary (auf Deutsch: Gemeinsames Vokabular fuer oeffentliche Auftraege). Es ist das offizielle Klassifikationssystem der Europaeischen Union zur einheitlichen Beschreibung des Auftragsgegenstands in oeffentlichen Vergabeverfahren. Eingefuehrt wurde die CPV durch Verordnung (EG) Nr. 2195/2002 und zuletzt grundlegend ueberarbeitet durch Verordnung (EG) Nr. 213/2008. Das System umfasst rund 9.400 Codes, organisiert in einer streng hierarchischen Baumstruktur aus Abteilungen, Gruppen, Klassen und Kategorien. Ziel ist es, EU-weit eine sprachunabhaengige und maschinenlesbare Klassifikation zu schaffen, die Bietern aus allen Mitgliedstaaten den Zugang zum europaeischen Beschaffungsmarkt erleichtert.

Wo finde ich den CPV-Code?+

Der CPV-Code findet sich an mehreren Stellen: In jeder EU-weiten Bekanntmachung auf TED (Tenders Electronic Daily) ist er als strukturiertes Datenfeld hinterlegt, Sie sehen ihn direkt im Kopfbereich der Bekanntmachung neben dem Auftragstitel. In Vergabeunterlagen wird der CPV in der Regel auf der ersten Seite oder im Deckblatt aufgefuehrt. Im offiziellen CPV-Verzeichnis koennen Sie umgekehrt vom Code zur Bedeutung navigieren: simap.ted.europa.eu/web/simap/cpv. In Patterno-Suchprofilen koennen Sie CPV-Codes oder ganze Code-Familien als Trigger setzen, sodass Sie automatisch alarmiert werden, sobald eine passende Ausschreibung auf einer der 180+ Vergabeplattformen erscheint.

Welche Struktur hat ein CPV-Code?+

Jeder CPV-Code ist neunstellig und folgt einer hierarchischen Baumstruktur: Die ersten beiden Ziffern bezeichnen die Abteilung (z.B. 45 = Bauarbeiten), die dritte Ziffer die Gruppe, die vierte die Klasse, die fuenfte die Kategorie, und die Ziffern sechs bis acht weitere Unterkategorien. Die neunte Ziffer ist eine Kontrollziffer (Pruefziffer) und wird durch einen Bindestrich abgetrennt. Beispiel: 45213000-3 = Bauarbeiten (45) im Hochbau (452) fuer Hochbauten (45213). Je tiefer im Baum, desto spezifischer wird die Klassifikation, wichtig fuer eine zielgenaue Bietersuche.

Ist die Angabe des CPV-Codes Pflicht?+

Ja, fuer alle EU-weiten Bekanntmachungen oberhalb der EU-Schwellenwerte ist die Angabe mindestens eines Haupt-CPV-Codes rechtlich zwingend. Grundlage sind die Verordnung (EG) Nr. 2195/2002 sowie § 37 VgV und die EU-Vergaberichtlinie 2014/24/EU. Auf TED kann ohne gueltigen CPV-Code keine Bekanntmachung veroeffentlicht werden, das eForms-System blockiert das technisch. Unterhalb der Schwellenwerte ist die Angabe rechtlich nicht zwingend, wird aber von praktisch allen deutschen Vergabeplattformen verlangt. Zusatzcodes fuer Nebenleistungen sind freiwillig, aber dringend empfohlen, um die Sichtbarkeit der Ausschreibung fuer alle in Frage kommenden Bietergruppen zu maximieren.

Was passiert bei einem falschen CPV-Code?+

Ein grob falscher CPV-Code kann erhebliche Konsequenzen haben. Technisch lehnt das eForms-System der TED-Plattform veraltete oder syntaktisch fehlerhafte Codes automatisch ab, die Bekanntmachung kann gar nicht erst publiziert werden. Inhaltlich kann ein irrefuehrender Code ein Verstoss gegen das Transparenzgebot sein: Wenn potenzielle Bieter eine Ausschreibung wegen falscher Klassifikation nicht finden, kann das im Nachpruefungsverfahren zur Aufhebung des Verfahrens fuehren. Vergabekammern und Vergabesenate haben mehrfach klargestellt, dass die Vergabestelle den moeglichst praezisesten Code waehlen muss. Bieter, die einen Fehler bemerken, sollten ihn fristgerecht ruegen, das zwingt die Vergabestelle zur Korrektur und gegebenenfalls Fristverlaengerung.

Wie unterscheidet sich der CPV von eClass oder UNSPSC?+

CPV ist ausschliesslich der Standard fuer oeffentliche Auftraege in der EU. eClass ist eine deutsche Klassifikation fuer den privaten B2B-Einkauf, vor allem in der Industrie. UNSPSC (United Nations Standard Products and Services Code) ist ein internationales Klassifikationssystem, das vor allem von multinationalen Konzernen genutzt wird. Die Codes sind nicht miteinander identisch und es gibt nur teilweise Mapping-Tabellen. Fuer oeffentliche Vergaben in der EU ist allein der CPV verbindlich, andere Klassifikationen koennen ergaenzend genutzt werden, ersetzen aber nicht die Pflichtangabe nach Verordnung (EG) Nr. 2195/2002.

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