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Vergabe-Portal Guide
Aktualisiert: 19. Mai 2026Patterno Redaktion

Vergabekooperation Berlin, Zentrale E-Vergabe-Plattform des Landes Berlin

Zentrale elektronische Vergabeplattform des Landes Berlin für Senatsverwaltungen, Bezirksämter und landeseigene Unternehmen, betrieben auf der Vergabe@Net-Technologie der Administration Intelligence AG.

Domain
vergabekooperation.berlin
Portaltyp
Landes-Portal
Betreiber
Land Berlin, die zentrale Vergabeplattform wird durch das Land Berlin verantwortet; die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe ist für das Vergaberecht und die Vergabekammer des Landes Berlin zuständig. Technischer Plattformbetrieb auf Basis der Vergabe@Net-Technologie der Administration Intelligence AG (AI AG, Würzburg).
Schwerpunkt

Land Berlin: Senatsverwaltungen, die zwölf Bezirksämter, Berliner Landesbetriebe (BVG, BSR, Berliner Wasserbetriebe), Anstalten des öffentlichen Rechts (z. B. Charité, Vivantes, IBB), Hochschulen (HU, FU, TU, UdK, HTW, HWR, Beuth/BHT) sowie subventionierte Stellen. Die Plattform ist faktisch die zentrale Anlaufstelle für öffentliche Aufträge im Stadtstaat Berlin.

Kurzfassung
  • 01Vergabekooperation Berlin ist die zentrale E-Vergabe-Plattform des Landes Berlin unter vergabekooperation.berlin.
  • 02Genutzt von Senatsverwaltungen, allen zwölf Bezirksämtern, Landesbetrieben (BVG, BSR, BWB), Hochschulen und Anstalten wie Charité und Vivantes.
  • 03Technische Basis ist Vergabe@Net der Administration Intelligence AG (AI AG); rechtlicher Rahmen ist das BerlAVG plus GWB, VgV, UVgO und VOB/A.
  • 04Bieter-Registrierung und Angebotsabgabe sind kostenfrei; Suche und Download der Vergabeunterlagen sind in der Basisansicht ohne Login möglich.
  • 05Patterno indexiert Berliner Bekanntmachungen primär über den TED-Feed und bündelt sie mit 4.500+ weiteren Portalen in einer einheitlichen KI-Suche.
Bekanntmachungen
3.006
Top Kategorie
Bauarbeiten
31%
Häufigstes Verfahren
Verhandlungsverfahren
50%
Alle Top-Auftragsarten anzeigen
  • CPV 45Bauarbeiten723 (31.1%)
  • CPV 71Architektur-, Bau-, Ingenieur- und Prüfdienste521 (22.4%)
  • CPV 79Unternehmensdienste: Recht, Marketing, Beratung180 (7.8%)
  • CPV 38Labor-, optische, Präzisionsgeräte179 (7.7%)
  • CPV 90Abwasser- und Abfallbeseitigung169 (7.3%)
  • CPV 50Reparatur- und Wartungsdienste128 (5.5%)
  • CPV 72IT-Dienste: Beratung, Software, Internet, Support111 (4.8%)
  • CPV 42Industrielle Maschinen110 (4.7%)
  • CPV 34Transportmittel105 (4.5%)
  • CPV 48Software-Pakete und Informationssysteme98 (4.2%)

Vergabekooperation Berlin unter vergabekooperation.berlin ist die zentrale elektronische Vergabeplattform des Landes Berlin. Über das Portal veröffentlichen Senatsverwaltungen, die zwölf Berliner Bezirksämter, landeseigene Unternehmen (z. B. BVG, BWB, Charité, Vivantes, BSR), Hochschulen und subventionierte Stellen ihre nationalen Unterschwellen- und EU-weiten Oberschwellenvergaben. Bieter recherchieren Bekanntmachungen, laden Vergabeunterlagen herunter, stellen Bieterfragen und reichen rechtssichere Angebote über einen verschlüsselten Projektraum ein.

Technisch basiert die Plattform auf Vergabe@Net der Administration Intelligence AG (AI AG) aus Würzburg, derselben Produktfamilie, die auch zentrale Vergabeplattformen weiterer Länder und Kommunen betreibt. Rechtlicher Hintergrund ist das Berliner Ausschreibungs- und Vergabegesetz (BerlAVG), das ergänzend zu Bundesrecht (GWB, VgV, UVgO, VOB/A) gilt und besondere Anforderungen an Tariftreue, Mindestlohn, Frauenförderung und nachhaltige Beschaffung definiert.

Im Patterno-Index sind aktuell 3.006 Bekanntmachungen aus vergabekooperation.berlin erfasst (2024-08-06 bis 2026-05-13). Der Großteil entfällt auf Berliner Auftraggeber; vereinzelt veröffentlichen auch Bundesbehörden mit Berliner Dienstsitz Verfahren über das Portal. Da Patterno keinen direkten Crawler für vergabekooperation.berlin betreibt, gelangen Berliner Bekanntmachungen primär über den TED-Feed in den Index, Oberschwellenvergaben sind dort vollständig abgebildet, Unterschwellenvergaben nur, wenn sie freiwillig EU-weit publiziert werden.

01

Was ist Vergabekooperation Berlin?

Vergabekooperation Berlin ist die zentrale elektronische Vergabeplattform des Landes Berlin. Sie ist erreichbar unter der Top-Level-Domain vergabekooperation.berlin und bündelt die Bekanntmachungen und elektronischen Verfahren der Berliner Senatsverwaltungen, der zwölf Bezirksämter, der landeseigenen Unternehmen sowie weiterer Anstalten und Körperschaften des öffentlichen Rechts mit Berlinbezug.

Technologisch basiert die Plattform auf Vergabe@Net der Administration Intelligence AG (AI AG) mit Sitz in Würzburg, einer in Deutschland etablierten Produktfamilie für die rechtssichere elektronische Vergabe nach GWB (Teil 4), VgV, SektVO, KonzVgV, UVgO und VOB/A. Vergabe@Net deckt den gesamten Lebenszyklus eines Vergabeverfahrens ab: Bekanntmachungserstellung und -veröffentlichung, virtueller Projektraum für die verschlüsselte Kommunikation zwischen Vergabestelle und Bietern, Angebotsabgabe mit qualifiziertem Zeitstempel, elektronischer Eröffnungstermin, Wertung und Zuschlagserteilung. Die Plattform unterstützt das XVergabe-Datenformat, eForms und die EU-weite Veröffentlichung via TED-Schnittstelle.

Der rechtliche Rahmen ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Bundes- und Landesrecht. Auf Bundesebene gelten GWB Teil 4 (§§ 97 ff.), die Vergabeverordnung (VgV), die Sektorenverordnung (SektVO), die Konzessionsvergabeverordnung (KonzVgV), die Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) sowie die VOB/A für Bauleistungen. Ergänzend gilt im Land Berlin das Berliner Ausschreibungs- und Vergabegesetz (BerlAVG), das vergabespezifische Mindestlöhne, Tariftreue, Frauenförderung sowie ökologische und soziale Kriterien vorgibt. Berliner Auftraggeber bilden diese Anforderungen über separate Eigenerklärungen und Formblätter im Vergabe@Net-Projektraum ab.

Die Plattform ist als E-Vergabe-Pflicht-Plattform im Sinne des § 9 UVgO und § 12a VgV anerkannt: Verfahren oberhalb der nationalen Schwellen werden ausschließlich elektronisch abgewickelt. Bieter benötigen für die Teilnahme lediglich einen modernen Browser, eine stabile Internetverbindung sowie, je nach Signaturanforderung, eine qualifizierte Signaturkarte. Eine Installation von Spezialsoftware ist nicht erforderlich; alle Funktionen laufen webbasiert.

Verwandte Schlagworte: E-Vergabe, Vergabeplattform, XVergabe, TED, digitale Signatur, VgV, UVgO, VOB/A, GWB, Vergabekammer.

02

Wer betreibt Vergabekooperation Berlin?

Träger und politisch-rechtlich Verantwortlicher der Vergabekooperation Berlin ist das Land Berlin als Stadtstaat. Innerhalb der Landesregierung liegt die Zuständigkeit für Vergaberecht, öffentliches Auftragswesen und die Vergabekammer des Landes Berlin bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Diese Ressortzuständigkeit umfasst die Aufsicht über das Berliner Ausschreibungs- und Vergabegesetz (BerlAVG), die Bestellung der Mitglieder der Vergabekammer sowie die Wahrnehmung der Funktion als zentrale Vergaberechtspolitik-Stelle des Landes.

Der Begriff "Vergabekooperation" verweist auf die organisatorische Idee hinter der Plattform: Statt jedes Bezirksamt, jede Senatsverwaltung und jede Landesanstalt mit einer eigenen e-Vergabe-Lösung auszustatten, kooperieren Berliner Auftraggeber auf einer gemeinsamen technischen Infrastruktur. Diese Bündelung reduziert Lizenzkosten, vereinheitlicht Prozesse und gibt Bietern eine einzige verlässliche Anlaufstelle für nahezu alle Berliner Verfahren. Mehrere Berliner Unternehmen und Anstalten sind im Laufe der Jahre aus dezentralen Insellösungen auf die Kooperationsplattform migriert.

Der technische Plattformbetrieb liegt bei der Administration Intelligence AG (AI AG), einer auf E-Government und E-Vergabe spezialisierten deutschen Aktiengesellschaft mit Sitz in Würzburg. Die AI AG entwickelt und betreibt Vergabe@Net seit Anfang der 2000er-Jahre und versorgt nach Angaben des Anbieters mehrere hundert öffentliche Auftraggeber in Deutschland, von Landesplattformen bis hin zu Kommunen, Kammern und Anstalten. Die Aktiengesellschaft ist Teil der Prof. Thome Gruppe und betreibt darüber hinaus weitere Fachverfahren im E-Government-Umfeld.

Die Governance der Vergabekooperation Berlin liegt damit in einer klaren Rollenteilung: Inhaltlich-rechtliche Letztverantwortung beim Land Berlin (Senatsverwaltung für Wirtschaft sowie die jeweils eigenständigen Vergabestellen der Senatsressorts und Bezirke), technisch-operative Verantwortung bei der AI AG als Plattformbetreiberin. Datenschutz und IT-Sicherheit richten sich nach DSGVO, BlnDSG (Berliner Datenschutzgesetz) und einschlägigen Standards für Bundes- und Landesplattformen.

03

Welche Ausschreibungen findet man auf Vergabekooperation Berlin?

Über die Vergabekooperation Berlin werden Bekanntmachungen aus nahezu allen Beschaffungskategorien eines Stadtstaats veröffentlicht. Im Patterno-Index sind aktuell 3.006 Bekanntmachungen aus vergabekooperation.berlin erfasst (Zeitraum: 2024-08-06 bis 2026-05-13). Damit zählt das Portal zu den vergaberelevanten Plattformen für den deutschen Markt, wenngleich der Umfang als Stadtstaat naturgemäß kleiner ist als der von Flächenländern.

CPV-Schwerpunkte: Mit großem Abstand führen 31% Bauarbeiten, 22% Architektur-, Bau-, Ingenieur- und Prüfdienste, 8% Unternehmensdienste: Recht, Marketing, Beratung. Faktisch dominieren Bau- und Sanierungsarbeiten (CPV 45) den Index, Schulsanierungen, Hochbau für Senatsverwaltungen, Modernisierung von Verwaltungsgebäuden, Kitas, Krankenhäusern (Charité, Vivantes) und ÖPNV-Infrastruktur (BVG). Eng damit verbunden sind Architektur-, Ingenieur- und Prüfdienste (CPV 71), Planungsleistungen nach HOAI, Tragwerksplanung, technische Gebäudeausrüstung, Gutachten. Weitere relevante Bereiche sind Unternehmensberatung, Recht und Marketing (CPV 79), Laborgeräte und Präzisionsgeräte (CPV 38, getrieben durch Charité, Vivantes, Hochschulinstitute), Abwasser-/Abfallentsorgung (CPV 90, im Umfeld der BSR und der Berliner Wasserbetriebe), Reparatur- und Wartungsdienste (CPV 50), IT-Dienstleistungen (CPV 72) sowie Software und Informationssysteme (CPV 48).

Geografische Verteilung: Praktisch der gesamte Bekanntmachungsbestand entfällt auf 92% Berlin, 7% Brandenburg, 1% Bayern, Berlin als Stadtstaat ist das ganz überwiegende geografische Bezugsgebiet der Plattform. Vereinzelt veröffentlichen auch Bundesbehörden mit Berliner Dienstsitz oder Auftraggebergemeinschaften mit überregionalem Bezug Verfahren über die Plattform, der Anteil liegt aber im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Verfahrensarten: Über die Vergabekooperation Berlin laufen alle vergaberechtlich vorgesehenen Verfahrenstypen. Auf Basis der Patterno-Auswertung dominieren 50% Verhandlungsverfahren, 50% Offenes Verfahren. Charakteristisch ist das nahezu paritätische Verhältnis zwischen offenem Verfahren (klassische öffentliche Ausschreibung) und Verhandlungsverfahren (häufig im Sektorenbereich der BVG, BSR und BWB sowie bei komplexen Dienstleistungsbeschaffungen). Nicht offene Verfahren mit Teilnahmewettbewerb bleiben demgegenüber selten. Innovationspartnerschaften, wettbewerbliche Dialoge und dynamische Beschaffungssysteme kommen vereinzelt vor.

Auftraggeber-Typen: Den größten Anteil stellen Anstalten und Körperschaften des öffentlichen Rechts des Landes Berlin (über 58 % der erfassten Verfahren), gefolgt von öffentlichen Unternehmen (rund ein Drittel, typischerweise BVG, BSR, BWB, Vivantes, IBB). Bundesbehörden mit Berliner Sitz, kommunale Bezirksbehörden sowie subventionierte Stellen ergänzen das Bild. Diese Mischung macht die Plattform für Bieter aus Bau, Architektur/Engineering, IT, Beratung, Healthcare-Zulieferung, Industrie und Dienstleistungen gleichermaßen attraktiv.

Für Bieter, die sich auf Berlin als Markt fokussieren, ist die Vergabekooperation faktisch alternativlos: Wer in Berlin öffentliche Aufträge gewinnen will, kommt am Portal nicht vorbei.

04

So suchst du Ausschreibungen auf Vergabekooperation Berlin

  1. 01
    1. Bieterkonto auf vergabekooperation.berlin anlegen

    Rufen Sie https://vergabekooperation.berlin auf und wählen Sie im Header Registrierung bzw. Konto anlegen. Für die Basis-Registrierung benötigen Sie Firmenname, Anschrift, eine zentrale Kontakt-E-Mail und ein selbstgewähltes Passwort. Nach Bestätigung des Aktivierungslinks per E-Mail steht Ihr Bieterkonto zur Verfügung. In den Stammdaten hinterlegen Sie ergänzend USt-IdNr., Handelsregisternummer, Ansprechpartner sowie CPV-Codes und Tätigkeitsbereiche, diese Angaben werden später beim Ausfüllen von Eigenerklärungen automatisch übernommen. Da das Portal mit Vergabe@Net eine eigenständige Plattformtechnologie nutzt, ist die Wiederverwendung von Bieter-Logins anderer Landesplattformen (z. B. cosinex-VMP-Familie) hier in der Regel nicht möglich, ein separates Konto ist erforderlich.

  2. 02
    2. Bekanntmachungssuche und Filter konfigurieren

    Die öffentliche Bekanntmachungssuche auf vergabekooperation.berlin ist auch ohne Login zugänglich. Filtern lässt sich nach Stichwort, Vergabeart (Liefer-, Dienstleistungs-, Bauauftrag), Verfahrensart (offenes Verfahren, nichtoffenes Verfahren, Verhandlungsverfahren) und CPV-Code. Berliner Auftraggeber publizieren auf der Plattform sowohl Unterschwellenvergaben nach UVgO/VOB/A Abschnitt 1 als auch Oberschwellenvergaben nach VgV/VOB/A Abschnitt 2; ein gezielter Schwellenwert-Filter hilft, die Ergebnisliste handhabbar zu halten. Eingeloggte Bieter können Suchprofile speichern und E-Mail-Benachrichtigungen für neue Bekanntmachungen aktivieren, eine kostenpflichtige Premium-Stufe ist dafür nicht zwingend erforderlich.

  3. 03
    3. Bekanntmachung öffnen und Vergabeunterlagen herunterladen

    Klicken Sie auf eine Bekanntmachung, um die Detailseite mit Verfahrensgegenstand, Auftraggeber (z. B. eine konkrete Senatsverwaltung, ein Bezirksamt oder die Charité), Fristen (Schlusstermin Angebotsabgabe, Bindefrist, Eröffnungstermin) und Rechtsgrundlage zu öffnen. Über den Button Vergabeunterlagen herunterladen erhalten Sie das vollständige Paket, typischerweise Leistungsverzeichnis, Bewerbungsbedingungen, Eignungsnachweise, Vertragsentwurf, BerlAVG-Eigenerklärungen (Tariftreue, Mindestlohn, Frauenförderung) und bei Bauleistungen die GAEB-Datei (X83/X86). Mit dem Download werden Sie als Interessent für dieses Verfahren registriert und erhalten automatisch alle Bieterauskünfte, Bekanntmachungsänderungen und Fristverlängerungen per E-Mail.

  4. 04
    4. Bieterfragen über den Projektraum stellen

    Unklarheiten im Leistungsverzeichnis oder in den Bewerbungsbedingungen klären Sie über die Kommunikationsfunktion des virtuellen Projektraums auf vergabekooperation.berlin. Die Vergabestelle erhält Ihre Frage; die Antwort wird allen registrierten Interessenten gleichzeitig zur Verfügung gestellt, so wird der Gleichbehandlungsgrundsatz nach § 97 Abs. 2 GWB gewahrt. Stellen Sie Fragen frühzeitig: Auftraggeber müssen Bieterauskünfte spätestens sechs Kalendertage vor Ablauf der Angebotsfrist beantworten (§ 12a Abs. 1 VgV bei Oberschwellenverfahren). Spätere Fragen werden häufig nicht mehr aufgegriffen. Jede Bieterauskunft kann den Inhalt der Vergabeunterlagen rechtlich konkretisieren und sollte beim Erstellen des Angebots berücksichtigt werden.

  5. 05
    5. BerlAVG-Eigenerklärungen vorbereiten

    Berliner Vergaben verlangen zusätzlich zu den bundesrechtlichen Eigenerklärungen Nachweise nach dem Berliner Ausschreibungs- und Vergabegesetz (BerlAVG). Dazu zählen insbesondere die Tariftreueerklärung (Zahlung tarifvertraglicher bzw. ortsüblicher Entgelte), die Mindestentgelterklärung (vergabespezifischer Mindestlohn) und je nach Auftragswert eine Frauenförderungserklärung. Hinzu kommen umwelt- und sozialbezogene Anforderungen, etwa zu ILO-Kernarbeitsnormen, fairem Handel und nachhaltigen Produkten. Die jeweils geltenden Formblätter sind den Vergabeunterlagen beigefügt. Tipp: Pflegen Sie Standard-Erklärungen einmalig im Bieterkonto, damit Sie sie nicht für jedes Berliner Verfahren neu ausfüllen müssen.

  6. 06
    6. Angebot elektronisch erstellen und einreichen

    Die Angebotsabgabe erfolgt ausschließlich elektronisch über den Angebotsassistenten des Projektraums. Sie laden die geforderten Dokumente (ausgefülltes LV, Eigenerklärung zur Eignung, BerlAVG-Erklärungen, Preisblatt, ggf. Konzept und Referenzen, Versicherungsnachweise) hoch. Vergabe@Net verschlüsselt das Angebotspaket vor der Übertragung, die Vergabestelle kann es erst nach dem Eröffnungstermin entschlüsseln. Welche Signaturstufe verlangt wird (Textform, fortgeschrittene oder qualifizierte elektronische Signatur), entnehmen Sie den Bewerbungsbedingungen; bei einfacher Textform genügt das verschlüsselte Hochladen über das Portal. Nach erfolgreicher Übermittlung erhalten Sie eine Eingangsbestätigung mit qualifiziertem Zeitstempel, dies ist Ihr formaler Nachweis, dass das Angebot fristgerecht eingegangen ist.

  7. 07
    7. Submission, Wertung und Zuschlag verfolgen

    Nach Ablauf der Angebotsfrist findet der Eröffnungstermin (Submission) statt. Bei Bauleistungen nach VOB/A dürfen Bieter zugegen sein; bei VgV-Verfahren sind sie ausgeschlossen. Die Vergabestelle prüft anschließend Eignung, Vollständigkeit, Auskömmlichkeit und Wertungskriterien (Preis, Konzept, Referenzen, BerlAVG-konforme Lieferketten). Über den Projektraum erhalten Sie Statusmeldungen, Nachforderungen (z. B. fehlende Unterlagen) und gegebenenfalls die Aufklärung von Angebotsinhalten nach § 15 VgV. Bei Oberschwellenverfahren erhalten alle nicht berücksichtigten Bieter vor dem Zuschlag die Vorabinformation nach § 134 GWB mit einer zehntägigen Stillhaltefrist; in diesem Fenster können Sie eine Rüge beim Auftraggeber bzw. einen Nachprüfungsantrag bei der Vergabekammer Berlin einreichen.

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Login & Registrierung

Die Registrierung als Bieter auf vergabekooperation.berlin ist kostenfrei und unkompliziert. Auf der Startseite wählen Sie Registrierung und legen ein Bieterkonto mit Firmenname, Anschrift, USt-IdNr., Ansprechpartner, E-Mail und Passwort an. Nach Aktivierung des per E-Mail zugesandten Bestätigungslinks ist Ihr Konto sofort einsatzbereit, es gibt keine zusätzliche manuelle Prüfung durch die Plattformbetreiber für die Basisnutzung.

In den Stammdaten des Bieterkontos hinterlegen Sie zusätzliche Angaben, die für Verfahren wiederkehrend benötigt werden: Handelsregisternummer, Steuernummer und USt-IdNr., Berufsgenossenschaft, Branchen- und CPV-Codes, bevorzugte Regionen, Sprachen, Bankverbindung. Diese Stammdaten werden beim Ausfüllen verfahrensspezifischer Eigenerklärungen automatisch übernommen, das spart bei wiederholten Angebotsabgaben erhebliche Bearbeitungszeit. Insbesondere lassen sich Standard-Eigenerklärungen nach BerlAVG (Tariftreue-, Mindestentgelt- und Frauenförderungserklärung) sowie nach UVgO/VgV (§ 122 GWB Eignungsleihe, Nachunternehmererklärungen) zentral pflegen.

Für die elektronische Angebotsabgabe unterscheidet Vergabe@Net drei Signaturstufen: Textform (einfache Angebotsabgabe über das verschlüsselte Portal, bei den meisten Unterschwellenverfahren ausreichend), fortgeschrittene elektronische Signatur (FES) und qualifizierte elektronische Signatur (QES) (mit eIDAS-konformer Signaturkarte). Welche Stufe verlangt wird, steht in den Bewerbungsbedingungen des jeweiligen Verfahrens. Signaturkarten beziehen Sie von qualifizierten Vertrauensdiensteanbietern wie D-Trust oder Bundesdruckerei; die einmalige Anschaffung kostet je nach Anbieter und Laufzeit ca. 100–250 € zuzüglich Lesegerät.

Da die Vergabekooperation Berlin auf Vergabe@Net basiert und damit eine andere Plattformfamilie ist als cosinex VMP (Vergabe24, DTVP, eVergabe NRW, Vergabe RLP, Vergabemarktplatz Brandenburg), Healy Hudson oder subreport ELViS, ist eine plattformübergreifende Wiederverwendung von Bieter-Logins nicht möglich. Wer in mehreren Bundesländern aktiv ist, pflegt notwendigerweise mehrere Bieterkonten parallel, ein Punkt, an dem KI-gestützte Meta-Suchen wie Patterno ansetzen, um zumindest die Recherche und Marktbeobachtung zu konsolidieren.

Der Login erfolgt über Standard-Browserformulare; eine Zwei-Faktor-Authentifizierung ist nach Angaben des Plattformbetreibers verfügbar und wird für Auftraggeberkonten empfohlen. Bieter erhalten verfahrensbezogene Nachrichten primär per E-Mail mit Verlinkung in den jeweiligen Projektraum, eine separate Push-App ist nicht erforderlich.

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Häufig gestellte Fragen

Was kostet die Nutzung von vergabekooperation.berlin für Bieter?+

Die Basisnutzung der Vergabekooperation Berlin ist für Bieter kostenfrei. Das umfasst Registrierung, Bekanntmachungssuche, Download der Vergabeunterlagen, Stellen von Bieterfragen, Angebotsabgabe und den Empfang aller verfahrensrelevanten Nachrichten. Kosten können in zwei Konstellationen entstehen: erstens, wenn Sie für ein konkretes Verfahren eine qualifizierte elektronische Signatur (QES) benötigen, die zugehörige Signaturkarte und das Lesegerät beschaffen Sie über einen externen Vertrauensdiensteanbieter (z. B. D-Trust, Bundesdruckerei); zweitens für freiwillige Premium-Dienste Dritter (Marktbeobachtung, KI-Suche), die nicht Bestandteil des Portals selbst sind. Auftraggeberseitig liegen die Kosten der Plattform beim Land Berlin und werden nicht an Bieter weitergegeben.

Welche Berliner Behörden und Unternehmen veröffentlichen über das Portal?+

Die Vergabekooperation Berlin bündelt nahezu die gesamte Berliner Vergabelandschaft. Dazu gehören die Senatsverwaltungen (Inneres, Finanzen, Wirtschaft, Bildung, Stadtentwicklung, Verkehr, Justiz u. a.), alle zwölf Bezirksämter (z. B. Mitte, Pankow, Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Wilmersdorf), die landeseigenen Unternehmen wie BVG, BSR, Berliner Wasserbetriebe und Vivantes, die Charité, Universitätsmedizin Berlin sowie weitere Hochschulen (HU, FU, TU, UdK, HTW, HWR, BHT). Auch subventionierte Stellen und Anstalten des öffentlichen Rechts wie die IBB Investitionsbank Berlin nutzen die Plattform. Vereinzelt veröffentlichen auch Bundesbehörden mit Berliner Dienstsitz Verfahren über die Vergabekooperation, wenn die Beschaffung räumlich auf Berlin bezogen ist.

Was ist das BerlAVG und welche Pflichten ergeben sich für Bieter?+

Das Berliner Ausschreibungs- und Vergabegesetz (BerlAVG) ist das Landesgesetz, das die bundesrechtlichen Vergaberegeln (GWB Teil 4, VgV, UVgO, VOB/A) für das Land Berlin ergänzt. Es verpflichtet öffentliche Auftraggeber des Landes, bei der Vergabe Tariftreue, einen vergabespezifischen Mindestlohn, Frauenförderung sowie umwelt- und sozialbezogene Kriterien (ILO-Kernarbeitsnormen, fairer Handel) zu berücksichtigen. Für Bieter bedeutet das konkret: Sie geben mit dem Angebot eine Tariftreueerklärung und eine Mindestentgelterklärung ab und sichern zu, diese Vorgaben auch von Nachunternehmern (Subunternehmern) einzuhalten. Bei größeren Aufträgen kommt eine Frauenförderungserklärung hinzu. Verstöße können zu Vertragsstrafen, Auftragskündigung und Eintrag in die Liste unzuverlässiger Unternehmen führen.

Welche Signaturstufe brauche ich für die Angebotsabgabe?+

Die geforderte Signaturstufe steht in den Bewerbungsbedingungen des jeweiligen Verfahrens. Drei Stufen sind möglich: Textform (einfaches Hochladen des Angebots über das verschlüsselte Portal, bei UVgO/VOB/A-Unterschwellenverfahren der Regelfall), fortgeschrittene elektronische Signatur (FES) (z. B. via Softwarezertifikat) und qualifizierte elektronische Signatur (QES) (Signaturkarte plus Lesegerät, mit eIDAS-konformem Zertifikat). Die QES wird seltener verlangt, VgV und VOB/A lassen Textform als Mindeststandard zu, sofern die Vergabestelle nichts Strengeres fordert. Wer regelmäßig öffentliche Aufträge bearbeitet, sollte trotzdem eine QES vorhalten, weil einzelne Auftraggeber oder besondere Verfahrenstypen die höchste Signaturstufe verlangen können. Signaturkarten beziehen Sie von qualifizierten Vertrauensdiensteanbietern nach eIDAS.

Wer ist die Vergabekammer Berlin und wie reiche ich einen Nachprüfungsantrag ein?+

Die Vergabekammer des Landes Berlin ist die Nachprüfungsinstanz für Oberschwellenvergaben Berliner Auftraggeber. Sie ist bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe angesiedelt und unabhängig in der Sache. Voraussetzung für einen Nachprüfungsantrag nach § 160 GWB: Sie müssen vorher gegenüber dem Auftraggeber gerügt haben (§ 160 Abs. 3 GWB), sobald Sie den Vergaberechtsverstoß erkannt haben, Rügepflicht binnen 10 Kalendertagen. Der Antrag selbst ist nach Erhalt der Vorabinformation nach § 134 GWB innerhalb der zehntägigen Stillhaltefrist einzureichen, andernfalls droht die Zuschlagserteilung. Gegen Entscheidungen der Vergabekammer ist die sofortige Beschwerde zum Vergabesenat des Kammergerichts Berlin möglich. Bei Unterschwellenverfahren greift in Berlin in erster Linie der Primärrechtsschutz über die Aufsichtsbehörde bzw. das Verwaltungsgericht.

Welche Branchen dominieren die Berliner Ausschreibungen?+

Über die Vergabekooperation Berlin werden Aufträge aus dem gesamten Beschaffungsspektrum eines Stadtstaates ausgeschrieben. Auf Basis der im Patterno-Index erfassten Bekanntmachungen (2024-08-06 bis 2026-05-13) entfallen die größten Anteile auf CPV 45 (Bauarbeiten), CPV 71 (Architektur-, Bau-, Ingenieur- und Prüfdienste), CPV 79 (Unternehmensdienste: Recht, Marketing, Beratung), also vor allem Bau- und Sanierungsarbeiten an Schulen, Verwaltungsgebäuden, Kitas, Krankenhäusern und ÖPNV-Infrastruktur, dazu Architektur- und Ingenieurleistungen, Beratungs- und Rechtsdienstleistungen, Laborgeräte (Charité, Vivantes, Hochschulen), Entsorgungsdienste (BSR-Umfeld) und IT-Lösungen. Verfahrensseitig dominieren laut Patterno-Auswertung Verhandlungsverfahren (50 %), Offenes Verfahren (50 %), Nicht offenes Verfahren (0 %), mit einem hohen Anteil offener Verfahren und Verhandlungsverfahren. Damit eignet sich das Portal für Bieter aus Bau, Architektur/Engineering, Healthcare-Zulieferung, IT, Beratung sowie Dienstleistungs- und Industriegewerbe gleichermaßen.

Wie unterscheidet sich Vergabekooperation Berlin technisch von anderen Landesplattformen?+

Vergabekooperation Berlin nutzt mit Vergabe@Net der Administration Intelligence AG eine andere Plattformtechnologie als der Großteil der westdeutschen Landesplattformen, die überwiegend auf cosinex VMP (z. B. eVergabe NRW, Vergabe RLP, Vergabemarktplatz Brandenburg, Vergabe Niedersachsen) oder anderen Lösungen basieren. Für Bieter bedeutet das praktisch zwei Dinge: Erstens haben Bedienlogik, Projektraum und Stammdatenpflege ein eigenes Look-and-Feel, wer ausschließlich cosinex-Portale gewohnt ist, braucht eine kurze Einarbeitungszeit. Zweitens lassen sich Bieter-Logins nicht plattformfamilienübergreifend wiederverwenden: Ein eigenes Konto auf vergabekooperation.berlin ist erforderlich. Funktional sind Suche, Bekanntmachungs-Download, Bieterfragen, verschlüsselte Angebotsabgabe und Vorabinformation auf allen vergaberechtskonformen Plattformen vergleichbar.

Werden alle Berliner Ausschreibungen auch im TED veröffentlicht?+

Nein, eine TED-Veröffentlichung (Tenders Electronic Daily, das EU-Amtsblatt für öffentliche Aufträge) ist ausschließlich für Oberschwellenvergaben verpflichtend, also Verfahren oberhalb der EU-Schwellenwerte (Stand 2024: 5,538 Mio. € Bauleistungen; 221.000 € Liefer- und Dienstleistungen für Landesbehörden; 750.000 € für soziale Dienstleistungen). Nationale Unterschwellenvergaben nach UVgO und VOB/A Abschnitt 1 erscheinen primär direkt auf vergabekooperation.berlin sowie ggf. auf dem Bund-Portal service.bund.de und in regionalen Bekanntmachungsblättern. Für Patterno bedeutet das: Berliner Oberschwellenverfahren werden über den TED-Feed zuverlässig indexiert; Unterschwellenverfahren werden derzeit nicht direkt von vergabekooperation.berlin gecrawlt, sind aber häufig über das parallel pflichtige Bundesportal service.bund.de erreichbar.

07

Patterno: 4.500+ Portale in einer Suche

Viele Unternehmen, die in Berlin und darüber hinaus öffentliche Aufträge bearbeiten, suchen nicht nur auf einer Plattform. Eine mittelständische Baufirma kann zusätzlich zur Vergabekooperation Berlin auch auf Vergabemarktplatz Brandenburg, Vergabe Niedersachsen, eVergabe NRW, Vergabe Hessen, Sachsen Vergabe und der bundesweiten DTVP unterwegs sein, schnell sind das fünf bis fünfzehn parallele Portale, fünf bis fünfzehn Logins und fünf bis fünfzehn Posteingänge.

Patterno bündelt Berliner Bekanntmachungen aus vergabekooperation.berlin (primär über den TED-Feed für Oberschwellenvergaben sowie über das parallel pflichtige Bundesportal service.bund.de) zusammen mit über 4.500 weiteren deutschen und europäischen Vergabeplattformen in einer einzigen, KI-gestützten Suche. Statt täglich jedes Portal einzeln zu öffnen, definieren Sie in Patterno ein Suchprofil (Branche, Produkte, Regionen, Budget-Bandbreite). Die KI versteht Ihr Geschäftsmodell, bewertet jede neue Bekanntmachung individuell und liefert Ihnen morgens qualifizierte Treffer per E-Mail oder im Dashboard.

Wichtig: Patterno ersetzt nicht das Bieterkonto auf der Vergabekooperation Berlin. Für die eigentliche Angebotsabgabe, den Download der Vergabeunterlagen und die Bieterkommunikation wechseln Sie in den Vergabe@Net-Projektraum der Berliner Vergabestelle, dort bleiben Ihr Bieterstatus, Ihre BerlAVG-Erklärungen und Ihre Stammdaten. Patterno ergänzt die Plattform um eine vorgelagerte Recherche- und Filterebene über die fragmentierte deutsche Vergabelandschaft hinweg.

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Weitere Vergabe-Portale

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Begriffe aus dem Glossar

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