eVergabe-Online, e-Vergabe-Plattform des Bundes
Zentrale e-Vergabe-Plattform des Bundes, betrieben vom Beschaffungsamt des BMI in Bonn für Bundesbehörden.
Bundesweite Plattform mit Schwerpunkt auf Bundesbehörden, Bundesoberbehörden, nachgeordneten Einrichtungen, bundesunmittelbaren Körperschaften (z. B. Sozialversicherungen) und ausgewählten Landes- und Kommunalstellen. Verfahrensarten: Liefer-, Dienst- und Bauleistungen, Rahmenvereinbarungen, Konzessionen sowie Verfahren nach SektVO.
- 01eVergabe-Online ist die zentrale e-Vergabe-Plattform des Bundes unter evergabe-online.de.
- 02Betreiber ist das Beschaffungsamt des BMI (BeschA) mit Sitz in Bonn.
- 03Genutzt von Bundesbehörden, Bundesoberbehörden und nachgeordneten Einrichtungen für Liefer-, Dienst- und Bauleistungen.
- 04Bieter-Registrierung und Dokumenten-Download sind kostenfrei; Angebote werden über den Bietercockpit-Client elektronisch eingereicht.
- 05Patterno indiziert die Bekanntmachungen von eVergabe-Online gemeinsam mit über 4.500 weiteren Vergabeplattformen für eine portalübergreifende Suche.
Alle Top-Auftragsarten anzeigen
- CPV 45Bauarbeiten10.169 (37.2%)
- CPV 80Allgemeine und berufliche Bildung4.516 (16.5%)
- CPV 71Architektur-, Bau-, Ingenieur- und Prüfdienste2.384 (8.7%)
- CPV 90Abwasser- und Abfallbeseitigung2.243 (8.2%)
- CPV 79Unternehmensdienste: Recht, Marketing, Beratung2.207 (8.1%)
- CPV 72IT-Dienste: Beratung, Software, Internet, Support1.717 (6.3%)
- CPV 34Transportmittel1.135 (4.2%)
- CPV 48Software-Pakete und Informationssysteme1.013 (3.7%)
- CPV 50Reparatur- und Wartungsdienste986 (3.6%)
- CPV 73Forschungs- und Entwicklungsdienste973 (3.6%)
eVergabe-Online (erreichbar unter www.evergabe-online.de) ist die zentrale elektronische Vergabeplattform des Bundes. Über das Portal veröffentlichen Bundesbehörden, Bundesoberbehörden, nachgeordnete Einrichtungen und zahlreiche weitere öffentliche Auftraggeber ihre Bekanntmachungen und wickeln das gesamte Vergabeverfahren, von der Auftragsbekanntmachung über den Versand der Vergabeunterlagen bis zur elektronischen Angebotsabgabe, rechtskonform nach VgV, UVgO und SektVO ab.
Betrieben wird das Portal vom Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BeschA) mit Sitz in Bonn. Über die Plattform werden Auftragsvolumina im zweistelligen Milliardenbereich abgewickelt; zu den nutzenden Stellen gehören laut BeschA mehrere hundert Vergabestellen aus Bund, Ländern und Kommunen sowie bundesunmittelbare Körperschaften. Technische Basis ist eine Vergabemarktplatz-Lösung aus der cosinex-Produktfamilie, die auch viele Länder- und Kommunalportale nutzen.
Für Unternehmen ist die Suche und der Download der Vergabeunterlagen nach Registrierung als Bieter kostenfrei. Die elektronische Angebotsabgabe erfolgt über den Bietercockpit-Client, der lokal installiert wird und die Angebote signiert und verschlüsselt an die Vergabestelle übermittelt.
Was ist eVergabe-Online?
eVergabe-Online ist die zentrale elektronische Vergabeplattform der Bundesverwaltung. Sie ist unter www.evergabe-online.de erreichbar und bündelt einen Großteil der Bekanntmachungen, die von Bundesbehörden, Bundesoberbehörden, nachgeordneten Einrichtungen und bundesunmittelbaren Körperschaften veröffentlicht werden. Anders als Plattformen einzelner Bundesländer (z. B. der Vergabemarktplatz Brandenburg oder das Vergabemarktplatz Rheinland) oder kommerzielle Vergabeplattformen verbindet eVergabe-Online den föderalen Beschaffungsauftrag des Bundes mit einer einheitlichen technischen Infrastruktur.
Die Plattform deckt alle wichtigen Verfahrensarten ab, vom offenen Verfahren und nicht offenen Verfahren über das Verhandlungsverfahren bis hin zur Innovationspartnerschaft und zum wettbewerblichen Dialog. Auch dynamische Beschaffungssysteme und Rahmenvereinbarungen lassen sich abbilden. Rechtsgrundlage sind die einschlägigen Vergabeverordnungen, insbesondere die VgV, die UVgO, die SektVO sowie die VOB/A für Bauleistungen, und das übergeordnete GWB.
Technisch basiert eVergabe-Online auf einer Vergabemarktplatz-Lösung (VMP) aus der cosinex-Produktfamilie. Diese Technologielinie wird auch von vielen Landes- und Kommunalportalen eingesetzt, was zur Folge hat, dass sich die Nutzeroberfläche, der Bietercockpit-Client und die Workflows zwischen eVergabe-Online und anderen cosinex-basierten Portalen (z. B. eVergabe.de, Vergabemarktplatz Brandenburg, Vergabe Niedersachsen) für Bieter weitgehend gleich anfühlen. Wer bereits auf einem cosinex-Portal Erfahrung gesammelt hat, findet sich auf eVergabe-Online schnell zurecht.
Die Plattform ist als E-Vergabe-Lösung konzipiert: Vom Veröffentlichen der Bekanntmachung über die Bereitstellung der Vergabeunterlagen, die Bieterkommunikation, die elektronische Angebotsabgabe mit Signatur und Verschlüsselung bis hin zur elektronischen Submission und Vergabe-Mitteilung läuft der gesamte Verfahrensablauf medienbruchfrei digital. Damit erfüllt der Bund die Pflicht zur elektronischen Vergabe nach § 9 ff. VgV bzw. § 38 UVgO.
Wer betreibt eVergabe-Online?
Betreiber von eVergabe-Online ist das Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BeschA) mit Sitz in Bonn (Brühler Straße 3, 53119 Bonn). Das BeschA ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des BMI und wurde 1951 zunächst als Beschaffungsstelle für den Bundesgrenzschutz gegründet. 1956 wurde es dem damaligen Bundesinnenministerium unterstellt und 1995 als selbstständige Bundesoberbehörde verselbständigt. 2020 eröffnete das BeschA eine zweite Liegenschaft in Erfurt.
Als zentrale Vergabestelle des Bundes wickelt das BeschA Beschaffungen für rund 26 Bundesbehörden, Stiftungen und sonstige Organisationen ab, darunter klassische Sicherheitsbehörden (Bundespolizei, BKA), zivile Bundesoberbehörden sowie humanitäre Einrichtungen. Das jährliche Auftragsvolumen liegt nach Angaben des Amtes im niedrigen zweistelligen Milliardenbereich. Das Spektrum reicht von Bürobedarf und IT-Hardware über Spezialfahrzeuge, Bekleidung und Schutzausrüstung bis zu großvolumigen Dienstleistungsverträgen.
Neben eVergabe-Online betreibt das BeschA auch das Kaufhaus des Bundes (KdB), eine Abrufplattform für bestehende Rahmenvereinbarungen, sowie eine Reihe weiterer zentraler Beschaffungsprojekte und Kompetenzzentren (etwa für nachhaltige Beschaffung). Das BeschA ist eine von vier zentralen Beschaffungsstellen des Bundes; weitere sind das Beschaffungsamt der Bundeswehr (BAAINBw), das Hauptzollamt und die Generalzolldirektion sowie das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr.
Die Rechtsaufsicht über das BeschA liegt beim Bundesministerium des Innern und für Heimat. Streitigkeiten aus Vergabeverfahren des BeschA werden, wie bei allen Bundesvergabestellen, von der Vergabekammer des Bundes beim Bundeskartellamt in Bonn überprüft; gegen deren Entscheidungen ist die sofortige Beschwerde beim Vergabesenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf eröffnet (§§ 171, 172 GWB).
Welche Ausschreibungen findet man auf eVergabe-Online?
Im Patterno-Index sind aktuell 39.057 Bekanntmachungen aus eVergabe-Online erfasst (Zeitraum 2024-07-24 bis 2026-05-13). Die Bandbreite spiegelt den breiten Beschaffungsauftrag des Bundes wider und reicht von Standard-Lieferaufträgen bis zu hochkomplexen IT- und Sicherheitsverträgen.
Auftragsarten: Die größten Volumengruppen bilden klassischerweise Liefer- und Dienstleistungsaufträge für die Bundesverwaltung. Im IT-Bereich werden Hardware-Rahmenverträge, Cloud- und Rechenzentrumsleistungen sowie Softwarelizenzen und Entwicklungsleistungen ausgeschrieben, häufig auf Basis der EVB-IT-Verträge als standardisierter Vertragsmuster des Bundes. Im Dienstleistungsbereich finden sich Beratungs-, Studien- und Gutachterleistungen, Übersetzungs- und Sprachendienste, Sicherheitsdienste, Reinigungs- und Catering-Verträge sowie Schulungs- und Trainingsleistungen. Bauleistungen der Bundesbauverwaltung werden ebenfalls über das Portal abgewickelt, von Hochbau- und Sanierungsprojekten an Bundesliegenschaften bis zu spezialisierten Verkehrsbauprojekten.
CPV-Verteilung: Patterno klassifiziert nach CPV-Code (Common Procurement Vocabulary): 37% Bauarbeiten, 17% Allgemeine und berufliche Bildung, 9% Architektur-, Bau-, Ingenieur- und Prüfdienste. Diese Verteilung weicht typischerweise von kommunalen Portalen ab, auf Bundesebene haben IT- und Beratungsleistungen einen überdurchschnittlichen Anteil, während klassische Tiefbauleistungen seltener vorkommen.
Regionale Verteilung: Da viele Bundesbehörden ihre Hauptsitze in Berlin, Bonn, Köln, Frankfurt am Main, Hamburg und München haben, konzentrieren sich Erfüllungsorte ebenfalls auf diese Standorte, im Patterno-Index: 29% Nordrhein-Westfalen, 17% Sachsen-Anhalt, 13% Berlin. Hinzu kommen bundesweit verteilte Liefer- und Dienstleistungsverträge sowie Einsätze im Ausland (z. B. Auslandsvertretungen).
Verfahrensarten: Aufgrund der hohen Auftragswerte werden auf eVergabe-Online überdurchschnittlich viele Verfahren oberhalb der EU-Schwellenwerte abgewickelt. Die typische Verfahrensmischung im Patterno-Index: 90% Offenes Verfahren, 8% Verhandlungsverfahren. Innovationspartnerschaften und wettbewerbliche Dialoge sind selten, kommen aber bei komplexen IT- und Forschungsverträgen vor.
Bekanntmachungen oberhalb der EU-Schwellenwerte werden parallel an TED (Tenders Electronic Daily) übermittelt, was die EU-weite Sichtbarkeit für Bieter aus anderen EU-Mitgliedstaaten sicherstellt.
So suchst du Ausschreibungen auf eVergabe-Online
- 011. Bekanntmachungen recherchieren (ohne Login)
Rufen Sie www.evergabe-online.de auf und öffnen Sie die öffentliche Bekanntmachungssuche. Ohne Registrierung können Sie über Volltext, CPV-Code, Vergabestelle, Verfahrensart (offenes Verfahren, nicht offenes Verfahren, Verhandlungsverfahren) und Bekanntmachungsdatum filtern. Für jede Bekanntmachung sehen Sie Auftragsgegenstand, geschätzten Wert (sofern angegeben), Angebotsfrist, Erfüllungsort und die zuständige Vergabestelle. Wer nur den Markt sondieren möchte, kann auf dieser Stufe stehen bleiben, für den Download der Vergabeunterlagen und die Angebotsabgabe ist jedoch eine Bieter-Registrierung erforderlich.
- 022. Als Bieter registrieren
Klicken Sie auf „Registrieren“ und legen Sie zunächst ein Unternehmensprofil an. Erforderlich sind Firmenname, Rechtsform, USt-IdNr. bzw. Steuernummer, Anschrift, Ansprechpartner sowie eine E-Mail-Adresse, an die alle Vergabe-Benachrichtigungen gehen. Nach Bestätigung der E-Mail-Adresse legen Sie einen oder mehrere Nutzer-Accounts mit eigenem Passwort an. Die Registrierung ist für Bieter dauerhaft kostenfrei. Mehrere Mitarbeitende eines Unternehmens können demselben Firmenprofil zugeordnet werden, um Verfahren parallel zu bearbeiten und Vertretungsregelungen abzubilden.
- 033. Bietercockpit-Client installieren
Für die elektronische Angebotsabgabe wird der Bietercockpit-Client benötigt, eine Java-basierte Desktop-Anwendung, die Vergabeunterlagen lokal verwaltet, Angebote verschlüsselt und signiert übermittelt sowie Bieterfragen und Nachrichten der Vergabestelle zentral bündelt. Der Download ist nach Login im Bieterbereich verlinkt. Systemvoraussetzungen sind in der Regel ein aktuelles Windows-, macOS- oder Linux-Betriebssystem sowie eine bestehende Java-Runtime. Installieren Sie den Client einmalig pro Arbeitsplatz; für jede neue Bekanntmachung wird das jeweilige Verfahren in den Client geladen.
- 044. Vergabeunterlagen herunterladen und prüfen
Nach Login wählen Sie das gewünschte Verfahren aus und laden die Vergabeunterlagen in den Bietercockpit-Client. Typischerweise umfasst das Paket die Bewerbungsbedingungen, das Leistungsverzeichnis bzw. die Leistungsbeschreibung, Vertragsentwürfe, Formblätter (z. B. Eigenerklärung zur Eignung, Formblatt 124), Wertungsmatrix und Allgemeine Vertragsbedingungen. Prüfen Sie die Angebotsfrist, Bindefrist, geforderten Nachweise (Präqualifikation, Referenzen, Versicherungen) sowie die Zuschlagskriterien. Änderungen an den Vergabeunterlagen werden Ihnen vom Client automatisch angezeigt.
- 055. Bieterfragen stellen
Unklarheiten in den Vergabeunterlagen klären Sie ausschließlich über die im Bietercockpit integrierte Bieterkommunikation. Direkter E-Mail- oder Telefonkontakt zur Vergabestelle ist während des laufenden Verfahrens nicht zulässig, da der Gleichbehandlungsgrundsatz nach § 97 GWB verletzt würde. Die Vergabestelle veröffentlicht ihre Antworten in der Regel anonymisiert für alle interessierten Unternehmen. Stellen Sie Bieterfragen frühzeitig, viele Vergabestellen setzen eine eigene Frist, bis zu der Fragen spätestens eingehen müssen (meist 6–10 Tage vor Angebotsfrist).
- 066. Angebot erstellen, signieren und einreichen
Befüllen Sie die elektronischen Formulare im Bietercockpit (Preise, Eigenerklärungen, technische Beschreibungen) und hängen Sie geforderte Nachweise als PDF an. Vor der Übermittlung muss das Gesamtangebot signiert werden. eVergabe-Online akzeptiert in der Regel die Textform nach § 126b BGB (genügt nach § 53 VgV grundsätzlich für offene Verfahren), die fortgeschrittene elektronische Signatur sowie die qualifizierte elektronische Signatur (QES), die konkret zulässige Signaturstufe ergibt sich aus den Bewerbungsbedingungen. Übermitteln Sie das Angebot rechtzeitig vor Ablauf der Angebotsfrist; verspätet eingehende Angebote werden zwingend ausgeschlossen.
- 077. Submission, Aufklärung und Zuschlag verfolgen
Nach Ablauf der Angebotsfrist erfolgt die elektronische Angebotsöffnung (Submission) gemäß § 55 VgV. Den Submissionstermin und die Teilnehmerliste sehen Sie im Bietercockpit; bei Bauleistungen nach VOB/A werden Bieter über das Ergebnis informiert. Es folgen Eignungsprüfung, Angemessenheitsprüfung (§ 60 VgV bei ungewöhnlich niedrigen Angeboten), ggf. Aufklärungsgespräch und Wertung nach den bekanntgemachten Zuschlagskriterien. Spätestens 15 Kalendertage vor Zuschlagserteilung erhalten unterlegene Bieter die Vorabinformation nach § 134 GWB; in dieser Frist kann eine Rüge gegenüber der Vergabestelle erhoben werden.
Login & Registrierung
Für Bieter gibt es zwei Zugriffsstufen auf eVergabe-Online: die anonyme Recherche und den registrierten Bieterbereich. Die Suche nach Bekanntmachungen, die Filterung nach Vergabestelle, CPV-Code oder Verfahrensart sowie die Einsicht in die wesentlichen Eckdaten (Auftragsgegenstand, Frist, Erfüllungsort) sind ohne Registrierung möglich. Erst für den Download der vollständigen Vergabeunterlagen, das Stellen von Bieterfragen und die elektronische Angebotsabgabe ist ein Bieter-Account erforderlich.
Die Registrierung erfolgt in zwei Schritten: Zunächst legen Sie ein Unternehmensprofil an (Firmenname, Rechtsform, USt-IdNr., Anschrift, Branchenangabe), anschließend einen oder mehrere Nutzer-Accounts mit Name, E-Mail und Passwort. Die E-Mail-Adresse wird per Bestätigungslink verifiziert. Eine schriftliche Anmeldebestätigung oder die Vorlage eines Handelsregisterauszugs ist für die Basisnutzung nicht erforderlich, die Identitätsprüfung erfolgt erst im Rahmen einzelner Verfahren über die geforderten Eigenerklärungen und Nachweise (z. B. Formblatt 124, Eintragung im Präqualifikationsverzeichnis, Versicherungsnachweise).
Die elektronische Angebotsabgabe läuft über den Bietercockpit-Client, eine Java-basierte Desktop-Anwendung. Der Client wird einmalig pro Arbeitsplatz installiert und verbindet sich mit dem Bieter-Account. Innerhalb des Clients laden Sie Vergabeunterlagen für einzelne Verfahren, füllen elektronische Formulare aus, hängen Nachweise an, signieren das Angebot und übermitteln es verschlüsselt an die Vergabestelle. Welche Signaturstufe verlangt wird, hängt vom konkreten Verfahren ab: Textform nach § 126b BGB ist in offenen Verfahren grundsätzlich ausreichend (§ 53 VgV); eine fortgeschrittene oder qualifizierte elektronische Signatur kann von der Vergabestelle gefordert werden, muss sich aber aus den Bewerbungsbedingungen ergeben.
Auftraggeber (Vergabestellen) durchlaufen einen separaten Onboarding-Prozess über das BeschA bzw. den jeweils zuständigen Plattformbetreiber innerhalb des Bundes; eine Selbstregistrierung als Vergabestelle ist nicht vorgesehen.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet die Nutzung von eVergabe-Online für Bieter?+
Die Nutzung von eVergabe-Online ist für Bieter dauerhaft kostenfrei. Das umfasst die Registrierung, die Recherche in den Bekanntmachungen, den Download der Vergabeunterlagen, die Nutzung des Bietercockpit-Clients sowie die elektronische Angebotsabgabe. Auch Bieterfragen und der Empfang von Vorabinformationen oder Zuschlagsschreiben sind ohne Gebühr möglich. Kosten entstehen ggf. nur, wenn Sie eine qualifizierte elektronische Signaturkarte (QES) einsetzen, diese wird aber nicht für alle Verfahren verlangt, weil seit der VgV-Reform 2016 in offenen Verfahren grundsätzlich die Textform genügt. Die Plattform finanziert sich über Gebühren der nutzenden Vergabestellen.
Wer betreibt eVergabe-Online?+
Betreiber von eVergabe-Online ist das Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BeschA) mit Sitz in Bonn. Das BeschA ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des BMI und wurde in seiner heutigen Form 1995 verselbständigt; seine Wurzeln reichen bis 1951 zurück. Es bündelt die zentrale Beschaffung für Bundesbehörden mit einem Auftragsvolumen im niedrigen zweistelligen Milliardenbereich pro Jahr und betreibt neben eVergabe-Online auch das Kaufhaus des Bundes (KdB) als Abrufplattform für Rahmenvereinbarungen. Rechtsaufsicht führt das Bundesministerium des Innern und für Heimat.
Welche Behörden veröffentlichen Ausschreibungen auf eVergabe-Online?+
Auf eVergabe-Online veröffentlichen primär Bundesministerien, Bundesoberbehörden und nachgeordnete Einrichtungen ihre Verfahren, etwa das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das Bundeskriminalamt (BKA), die Bundespolizei, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), das Statistische Bundesamt, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und viele weitere. Auch bundesunmittelbare Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts (z. B. einzelne Sozialversicherungsträger) sowie ausgewählte Landes- und Kommunalstellen nutzen die Plattform. Eine Pflicht zur Nutzung gerade dieses Portals besteht nicht, es gibt parallel weitere Vergabeplattformen auf Bundes- und Länderebene.
Welche Rechtsgrundlage gilt für Vergabeverfahren auf eVergabe-Online?+
Die Verfahren laufen nach dem deutschen Vergaberecht ab. Maßgeblich sind oberhalb der EU-Schwellenwerte das GWB (Teil 4), die VgV für Liefer- und Dienstleistungen, die SektVO für Sektorenauftraggeber, die KonzVgV für Konzessionen sowie die VOB/A EU für Bauleistungen. Unterhalb der Schwellenwerte gelten die UVgO (Bund und mehrere Länder) bzw. die VOB/A für Bauleistungen. Die Pflicht zur elektronischen Vergabe folgt aus § 9 ff. VgV und § 38 UVgO; eVergabe-Online erfüllt die Anforderungen an eine elektronische Vergabeplattform im Sinne dieser Vorschriften. Bekanntmachungen oberhalb der EU-Schwellenwerte werden zusätzlich an TED (Tenders Electronic Daily) übermittelt.
Brauche ich eine qualifizierte elektronische Signatur (QES) für mein Angebot?+
In den meisten Verfahren genügt seit der VgV-Reform 2016 die Textform nach § 126b BGB für die Angebotsabgabe (§ 53 Abs. 1 VgV), d. h. Angebot mit Namensnennung über den Bietercockpit-Client einreichen, ohne Signaturkarte. In bestimmten Konstellationen kann die Vergabestelle jedoch eine fortgeschrittene elektronische Signatur (FES) oder eine qualifizierte elektronische Signatur (QES) nach eIDAS-Verordnung verlangen, typischerweise bei Verfahren mit erhöhtem Sicherheitsbedarf. Welche Signaturstufe genau verlangt wird, steht in den jeweiligen Bewerbungsbedingungen. Eine QES-Signaturkarte erhalten Sie über zertifizierte Vertrauensdiensteanbieter; sie kostet je nach Anbieter und Laufzeit etwa 50–150 € pro Jahr.
Welche Arten von Aufträgen werden über eVergabe-Online ausgeschrieben?+
Über eVergabe-Online werden alle Hauptauftragsarten abgewickelt: Lieferaufträge (z. B. IT-Hardware, Bürobedarf, Fahrzeuge, Bekleidung, Sicherheitsausrüstung), Dienstleistungsaufträge (z. B. IT-Dienstleistungen und Softwareentwicklung, Beratungs- und Studienleistungen, Facility Management, Übersetzungs- und Schulungsdienste, Sicherheitsdienste) sowie Bauaufträge der Bundesbauverwaltung. Häufig finden sich auch Rahmenvereinbarungen und dynamische Beschaffungssysteme für Standardgüter. Patterno klassifiziert die Bekanntmachungen nach CPV-Code: CPV 45 (Bauarbeiten), CPV 80 (Allgemeine und berufliche Bildung), CPV 71 (Architektur-, Bau-, Ingenieur- und Prüfdienste). Der Anteil offener Verfahren ist auf Bundesebene traditionell hoch, typische Verfahrensmischung im Patterno-Index: Offenes Verfahren (90 %), Verhandlungsverfahren (8 %), Nicht offenes Verfahren (2 %).
Wie funktionieren Bieterfragen und Rügen?+
Bieterfragen werden ausschließlich über die Bieterkommunikation im Bietercockpit gestellt, direkter Kontakt zur Vergabestelle außerhalb des Portals ist während des laufenden Verfahrens unzulässig (Gleichbehandlungsgrundsatz, § 97 Abs. 2 GWB). Die Vergabestelle veröffentlicht ihre Antworten in der Regel anonymisiert für alle Teilnehmer. Erkennt ein Bieter einen Vergaberechtsverstoß (z. B. diskriminierende Eignungskriterien, intransparente Wertungsmethode), muss er nach § 160 Abs. 3 GWB unverzüglich rügen, Verstöße aus den Vergabeunterlagen spätestens vor Ablauf der Angebotsfrist. Wird der Rüge nicht abgeholfen, kann innerhalb von 15 Tagen ein Nachprüfungsantrag bei der zuständigen Vergabekammer des Bundes (beim Bundeskartellamt in Bonn) gestellt werden.
Welche Fristen muss ich auf eVergabe-Online beachten?+
Die zentralen Fristen ergeben sich aus VgV bzw. VOB/A und stehen in jeder Bekanntmachung. Bei offenen Verfahren oberhalb der EU-Schwelle beträgt die Mindest-Angebotsfrist 35 Tage ab Absendung der Bekanntmachung, bei elektronischer Übermittlung der Vergabeunterlagen reduziert sie sich auf 30 Tage (§ 15 VgV). Bei nicht offenen Verfahren gilt eine zweistufige Frist: zunächst die Teilnahmefrist (i. d. R. 30 Tage), dann die Angebotsfrist. Die Bindefrist (Zeitraum der Angebotsbindung) wird in den Bewerbungsbedingungen gesetzt und liegt häufig bei 30–60 Tagen ab Submissionstermin. Verspätet eingehende Angebote schließt die Vergabestelle zwingend aus, eine elektronische Einreichung kurz vor Fristablauf ist riskant, weil bereits Sekunden Verzug zum Ausschluss führen.
Patterno: 4.500+ Portale in einer Suche
eVergabe-Online ist eine der wichtigsten, aber nicht die einzige Vergabeplattform, auf der für ein Unternehmen relevante Bekanntmachungen erscheinen. Selbst Lieferanten, die schwerpunktmäßig für den Bund arbeiten, finden parallele Verfahren auf Länderplattformen (z. B. Vergabemarktplatz Brandenburg, Vergabe Niedersachsen, eVergabe NRW), kommunale Verfahren in Plattformen wie subreport ELViS und Verfahren bundesunmittelbarer Unternehmen wie der Deutschen Bahn oder der Autobahn GmbH auf eigenen Portalen.
Da viele Unternehmen für ihre Branche auf 5–15 verschiedenen Portalen suchen müssten, bündelt Patterno die Bekanntmachungen aus eVergabe-Online zusammen mit über 4.500 weiteren deutschen und europäischen Vergabeplattformen in einer einzigen, KI-gestützten Suche. Ein einmal angelegtes Suchprofil bewertet jede neue Bekanntmachung individuell, Sie erhalten jeden Morgen nur die Treffer, die wirklich zu Ihrem Portfolio passen, statt Schlagwort-Listen mehrerer Portale parallel durchgehen zu müssen. Die Angebotsabgabe selbst läuft weiterhin über das jeweilige Original-Portal, Patterno ersetzt eVergabe-Online nicht, sondern führt die Recherchearbeit auf einer Ebene zusammen.
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