DTVP, Deutsches Vergabeportal
Bundesweite E-Vergabe-Plattform der DTVP GmbH (Joint Venture Bundesanzeiger Verlag und cosinex), basierend auf cosinex VMP.
Bundesweit: nationale Unterschwellen- und EU-weite Oberschwellenvergaben aller öffentlichen Auftraggeber-Typen (Bund, Länder, Kommunen, Hochschulen, Klinika, Stadtwerke, Sektorenauftraggeber). Branchen reichen von Bau und IT über Lieferleistungen bis zu freiberuflichen Dienstleistungen.
- 01DTVP ist eine bundesweite E-Vergabe-Plattform der DTVP Deutsches Vergabeportal GmbH, einem Joint Venture von Bundesanzeiger Verlag und cosinex.
- 02Genutzt von öffentlichen Auftraggebern (Bund, Länder, Kommunen, Klinika, Hochschulen) und allen interessierten Bietern.
- 03Veröffentlicht werden nationale und EU-weite Bekanntmachungen aus allen Branchen, Bau, IT, Lieferungen, Dienstleistungen.
- 04Bieter-Registrierung und Angebotsabgabe sind kostenfrei; kostenpflichtige Editionen (ab 39 €/Monat) bieten Suchprofile und Tagesalerts.
- 05Patterno indexiert rund 38.783 DTVP-Bekanntmachungen und bündelt sie mit 4.500+ weiteren Portalen in einer einheitlichen KI-Suche.
Alle Top-Auftragsarten anzeigen
- CPV 45Bauarbeiten12.129 (37.2%)
- CPV 71Architektur-, Bau-, Ingenieur- und Prüfdienste7.507 (23.1%)
- CPV 33Medizinische Geräte, Pharmazeutika2.694 (8.3%)
- CPV 72IT-Dienste: Beratung, Software, Internet, Support2.092 (6.4%)
- CPV 79Unternehmensdienste: Recht, Marketing, Beratung2.058 (6.3%)
- CPV 90Abwasser- und Abfallbeseitigung1.616 (5.0%)
- CPV 48Software-Pakete und Informationssysteme1.398 (4.3%)
- CPV 34Transportmittel1.149 (3.5%)
- CPV 30Büromaschinen, IT-Geräte1.104 (3.4%)
- CPV 38Labor-, optische, Präzisionsgeräte826 (2.5%)
Das Deutsche Vergabeportal (DTVP) unter dtvp.de ist eine der reichweitenstärksten E-Vergabe-Plattformen Deutschlands. Betrieben wird das Portal von der DTVP Deutsches Vergabeportal GmbH mit Sitz in Berlin, einem Gemeinschaftsunternehmen des Bundesanzeiger Verlags und der cosinex GmbH aus Bochum. Technologisch baut DTVP auf dem Vergabemarktplatz (VMP) von cosinex auf, derselben Plattform-Familie, die auch in zahlreichen Landes- und Kommunalportalen eingesetzt wird.
DTVP richtet sich an zwei Nutzergruppen: öffentliche Auftraggeber (Bund, Länder, Kommunen, Sektorenauftraggeber, Hochschulen, Klinika) und Bieter (Unternehmen, die sich an Vergabeverfahren beteiligen). Auftraggeber veröffentlichen über DTVP nationale und EU-weite Bekanntmachungen, stellen Vergabeunterlagen bereit und wickeln den gesamten Kommunikations- und Submissionsprozess elektronisch ab. Bieter recherchieren laufende Ausschreibungen, laden Unterlagen herunter, stellen Bieterfragen und reichen rechtssichere Angebote ein.
Im Patterno-Index sind aktuell rund 38.783 Bekanntmachungen aus DTVP erfasst, damit zählt das Portal zu den volumenstärksten E-Vergabe-Plattformen in Deutschland.
Was ist DTVP?
Das Deutsche Vergabeportal (DTVP) ist eine bundesweit nutzbare E-Vergabe-Plattform unter der Domain dtvp.de. Es wird betrieben von der DTVP Deutsches Vergabeportal GmbH mit Sitz in Berlin, einem Gemeinschaftsunternehmen der Bundesanzeiger Verlag GmbH und der cosinex GmbH. DTVP fungiert als zweiseitige Plattform: Auf der einen Seite veröffentlichen öffentliche Auftraggeber (Bund, Länder, Kommunen, Hochschulen, Klinika, Stadtwerke, weitere Sektorenauftraggeber) ihre Bekanntmachungen und wickeln den gesamten Verfahrensprozess elektronisch ab. Auf der anderen Seite recherchieren Bieter über die zentrale Such- und Profiloberfläche passende Ausschreibungen, laden Vergabeunterlagen herunter und reichen Angebote rechtsverbindlich ein.
Technologisch basiert DTVP auf dem Vergabemarktplatz (VMP) der cosinex GmbH. Der VMP ist eine eigenständige Plattform-Familie für die E-Vergabe, die seit den 2000er-Jahren bei zahlreichen öffentlichen Auftraggebern eingesetzt wird, unter anderem in den Vergabemarktplätzen von Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und der Metropole Ruhr. DTVP ist die prominenteste kommerzielle Implementierung dieser Technologie und stellt zugleich ein eigenständiges bundesweites Portal dar.
Rechtlich erfüllt DTVP die Anforderungen der E-Vergabe-Pflicht nach § 9 VgV (Oberschwelle) und § 38 UVgO (Unterschwelle), die seit 18. Oktober 2018 eine durchgängig elektronische Vergabekommunikation vorschreibt. Das Portal unterstützt alle deutschen Vergabearten, von der nationalen Direktvergabe nach UVgO bis zum komplexen wettbewerblichen Dialog im Oberschwellenbereich nach § 18 VgV. Auftraggeber können den gesamten Workflow inklusive Vergabevermerk, Eröffnungstermin und Zuschlagserteilung in DTVP abbilden, integriert mit dem cosinex Beschaffungsmanagementsystem (BMS). Für Bauleistungen ist DTVP an die GAEB-Datenstrukturen angebunden, sodass Leistungsverzeichnisse maschinenlesbar ausgetauscht werden können.
Die DTVP-Plattform ist nach Angaben des Betreibers TÜV-Süd-zertifiziert und erfüllt einschlägige IT-Sicherheitsanforderungen. Bieter profitieren von einer kostenfreien Basis-Edition, die alle gesetzlich vorgesehenen Funktionen (Recherche, Download, Angebotsabgabe) abdeckt. Erweiterte Komfortfunktionen, unbegrenzte Suchprofile, Tagesalerts per E-Mail, KI-Assistent „Argos“, stehen in kostenpflichtigen Editionen ab 39 €/Monat zur Verfügung. Die Teilnahme an einzelnen Verfahren bleibt unabhängig von der Edition kostenfrei.
Wer betreibt DTVP?
Betreibergesellschaft ist die DTVP Deutsches Vergabeportal GmbH mit Sitz in Berlin. Die Gesellschaft ist ein Joint Venture zweier etablierter Akteure des deutschen Verlags- und E-Government-Sektors:
Bundesanzeiger Verlag GmbH, der Kölner Verlag ist seit 1949 amtlicher Verkünder für Bundesgesetze und führt unter anderem den Bundesanzeiger sowie das Unternehmensregister. Im Vergaberecht ist der Bundesanzeiger seit Jahrzehnten Pflicht-Veröffentlichungsmedium für nationale Bekanntmachungen oberhalb bestimmter Wertgrenzen. Mit DTVP überträgt der Verlag diese Veröffentlichungs- und Transparenzfunktion in die digitale E-Vergabe.
cosinex GmbH, die in Bochum ansässige cosinex GmbH (Gesundheitscampus-Süd 31, 44801 Bochum) ist Spezialist für E-Procurement-Software und beschreibt sich selbst als „Pionier der E-Vergabe“. Das Unternehmen entwickelt seit über 20 Jahren Software für die digitalisierte öffentliche Beschaffung. Kernprodukte sind der Vergabemarktplatz (VMP) als Bieterportal-Lösung, das Beschaffungsmanagementsystem (BMS) für die interne Vergabesteuerung von Auftraggebern, der Vergabekatalog sowie Module für elektronische Rechnungen und Direktbeschaffung. Cosinex-Technologie wird von Bund, Ländern, Kommunen und sonstigen öffentlichen Institutionen eingesetzt, daneben auch in eigenständigen Landesportalen wie dem Vergabemarktplatz Brandenburg, Vergabe Rheinland-Pfalz, eVergabe NRW und der Vergabe Metropole Ruhr.
Die DTVP GmbH selbst tritt als Plattformbetreiberin auf: Sie verantwortet Geschäftsbedingungen, Bieter-Editionen, Marketing, Vertrieb und Support. Die technische Plattform-Infrastruktur, Hosting, Wartung, Sicherheits-Updates, Weiterentwicklung des VMP-Kerns, liegt im operativen Verantwortungsbereich der cosinex. Diese Aufteilung ist branchenüblich und unterscheidet DTVP von rein staatlichen Landesportalen (die meist von Innenministerien oder Landes-IT-Dienstleistern betrieben werden) ebenso wie von rein verlagsbasierten Ausschreibungsdiensten ohne eigene E-Vergabe-Funktionalität.
Welche Ausschreibungen findet man auf DTVP?
Im Patterno-Index sind aktuell 40.662 Bekanntmachungen aus DTVP erfasst, Datenzeitraum 2024-07-24 bis 2026-05-13. Damit gehört DTVP zu den volumenstärksten E-Vergabe-Plattformen Deutschlands.
Das inhaltliche Spektrum ist breit, weil DTVP von Auftraggebern aller Größenordnungen und aller Branchen genutzt wird. Typische Auftraggeber-Profile reichen vom kommunalen Bauamt über Universitätsklinika und Hochschulen bis zu Stadtwerken und Energieversorgern. Bekannte Beispiel-Auftraggeber, die auf DTVP veröffentlichen, sind etwa das Klinikum St. Georg Leipzig, die Stadt Koblenz, die REWAG Regensburger Energie- und Wasserversorgung, die Universitätsmedizin Greifswald oder die Universität zu Lübeck.
Die Auftragsgegenstände verteilen sich auf alle CPV-Hauptgruppen. Top-CPV-Kategorien im Patterno-Index für DTVP sind: 37% Bauarbeiten, 23% Architektur-, Bau-, Ingenieur- und Prüfdienste, 8% Medizinische Geräte, Pharmazeutika. Geographisch verteilen sich die Veröffentlichungen über alle Bundesländer; Schwerpunkte bilden 18% Niedersachsen, 16% Nordrhein-Westfalen, 16% Bayern, was sowohl die Standortverteilung großer öffentlicher Auftraggeber als auch die regionale Marktdurchdringung von DTVP gegenüber kostenfreien Landesportalen widerspiegelt.
Verfahrenstypisch dominieren 73% Offenes Verfahren, 24% Verhandlungsverfahren. DTVP bildet sowohl Unterschwellenvergaben nach UVgO und VOB/A 1. Abschnitt als auch EU-weite Oberschwellenvergaben nach VgV, SektVO und KonzVgV ab. Auch komplexe Verfahren wie Verhandlungsverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb, wettbewerblicher Dialog, Innovationspartnerschaft und Rahmenverträge mit mehreren Losen werden über DTVP abgewickelt.
Branchenseitig finden sich auf DTVP Vergaben aus Bauleistungen (Hoch-, Tief-, Straßenbau), IT- und Digitalisierungsprojekten (Hard- und Software, Cloud, Beratung), freiberuflichen Leistungen (Architekten, Ingenieure, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer), Lieferungen (medizinisches Verbrauchsmaterial, Laborausstattung, Möbel, Fahrzeuge) sowie Dienstleistungen (Reinigung, Catering, Sicherheit, Logistik). Für Pharma- und Healthcare-Bieter sind insbesondere die Veröffentlichungen von Klinika und Universitätskliniken relevant; für Bau-Unternehmen sind kommunale Tiefbauausschreibungen und Stadtwerke-Projekte typisch.
EU-weite Bekanntmachungen werden parallel im TED-Portal der Europäischen Union veröffentlicht, DTVP fungiert dabei als nationale Bieterkommunikationsplattform, während TED die EU-Transparenzanforderung erfüllt. Diese Doppel-Veröffentlichung ist in § 40 VgV vorgesehen.
So suchst du Ausschreibungen auf DTVP
- 011. Bieterkonto auf dtvp.de anlegen
Rufen Sie
https://www.dtvp.deauf und wählen Sie im Header Registrieren. Für die kostenfreie Basis-Edition reichen Firmenname, Anschrift, Kontaktperson, E-Mail-Adresse und ein selbstgewähltes Passwort. Sie bestätigen Ihre Mail-Adresse über einen Doppel-Opt-in-Link. Anschließend können Sie das Bieterprofil im DTVP Bieterverzeichnis befüllen, dazu gehören CPV-Codes, Branchen, Referenzen und Standorte. Ein vollständiges Profil ist Voraussetzung, um in den vergabestellen-internen Bieter-Suchen sichtbar zu werden und an Verhandlungsverfahren mit beschränktem Teilnehmerkreis eingeladen werden zu können. - 022. Suche und Filter konfigurieren
Über die Volltextsuche oder die geführte Filterleiste lassen sich Bekanntmachungen nach Stichwort, Ort/PLZ, Bundesland, Auftragsart (Liefer-, Dienstleistungs-, Bauauftrag), Verfahrensart (offenes Verfahren, nichtoffenes Verfahren, Verhandlungsverfahren) und CPV-Code eingrenzen. In den kostenpflichtigen Editionen (Professional, Enterprise, Supreme) speichern Sie beliebig viele Suchprofile und erhalten zu treffenden neuen Bekanntmachungen tagesaktuell eine E-Mail-Benachrichtigung. Die Suche umfasst sowohl Unterschwellenvergaben nach UVgO/VOB/A als auch Oberschwellenvergaben nach VgV/SektVO/KonzVgV.
- 033. Bekanntmachung öffnen und Vergabeunterlagen herunterladen
Klicken Sie auf eine Bekanntmachung, um die Detailseite mit Gegenstand, Auftraggeber, Fristen (Schlusstermin Angebotsabgabe, Bindefrist, Eröffnungstermin) und Verfahrensart zu sehen. Über den Button Vergabeunterlagen herunterladen erhalten Sie das vollständige Paket: Leistungsverzeichnis, Bewerbungsbedingungen, Eignungsnachweise (Formblatt 124 o. ä.), Vertragsentwurf und ggf. GAEB-Dateien für Bauleistungen. Bis zum Schlusstermin müssen Sie als Interessent registriert sein, um auch Bieterauskünfte (Antworten auf Bieterfragen) und Bekanntmachungsänderungen automatisch zugestellt zu bekommen.
- 044. Bieterfragen stellen und Kommunikation führen
Unklarheiten im Leistungsverzeichnis oder in den Bewerbungsbedingungen klären Sie über die Kommunikationsfunktion des virtuellen Projektraums. DTVP leitet die Frage an die Vergabestelle weiter; die Antwort wird allen registrierten Interessenten anonymisiert zur Verfügung gestellt, so wird der Gleichbehandlungsgrundsatz nach § 97 Abs. 2 GWB gewahrt. Stellen Sie Fragen frühzeitig, da Auftraggeber spätere Bieterauskünfte häufig nur noch eingeschränkt beantworten (typisch: 6 Kalendertage vor Schlusstermin). Wichtige Erkenntnisse: jede Bieterauskunft kann den Inhalt der Vergabeunterlagen rechtlich konkretisieren.
- 055. Angebot elektronisch erstellen und einreichen
Die Angebotsabgabe erfolgt über den Angebotsassistenten: Sie laden die geforderten Dokumente (ausgefülltes LV, Eigenerklärungen, Eignungsnachweise, Preisblatt, Konzept) in den virtuellen Projektraum hoch. DTVP verschlüsselt das Angebotspaket Ende-zu-Ende, die Vergabestelle kann es erst nach dem Eröffnungstermin entschlüsseln. Je nach Verfahren reicht eine Textform (E-Mail-Bestätigung des Bieters), eine fortgeschrittene oder eine qualifizierte elektronische Signatur (QES), die geforderte Signaturstufe steht in den Bewerbungsbedingungen. Nach erfolgreicher Übermittlung erhalten Sie eine Eingangsbestätigung mit Zeitstempel.
- 066. Eröffnungstermin, Wertung und Zuschlag verfolgen
Nach Ablauf der Angebotsfrist findet der Eröffnungstermin statt, bei Bauleistungen unter Beteiligung der Bieter (Submissionstermin nach § 14 VOB/A), bei Liefer- und Dienstleistungen nicht-öffentlich. DTVP protokolliert alle Eingänge automatisch im Eröffnungsprotokoll. Die Wertung erfolgt durch die Vergabestelle anhand der vorab definierten Zuschlagskriterien (Preis, Qualität, Lebenszykluskosten, Nachhaltigkeit). Über den Projektraum erhalten Sie als Bieter entweder das Zuschlagsschreiben, eine Vorabinformation nach § 134 GWB (bei EU-weiten Verfahren) oder ein Absageschreiben mit Begründung, und können bei Bedarf binnen 10 Kalendertagen Rüge oder Nachprüfungsantrag stellen.
- 077. Optional: Edition upgraden für Suchprofile und KI-Assistent
Die kostenfreie Basis-Edition genügt, um an einzelnen Ausschreibungen teilzunehmen. Wer regelmäßig akquiriert, profitiert von Professional (39 €/Monat, ein Nutzer), Enterprise (79 €/Monat, bis zu 10 Nutzer mit persönlichem Account Manager für CPV-Setup) oder Supreme (ab 199 €/Monat, größere Teams). Alle kostenpflichtigen Pakete enthalten den DTVP-eigenen KI-Assistenten Argos, der profilbasiert passende Bekanntmachungen vorschlägt, sowie unbegrenzte Suchprofile und Tagesalerts per E-Mail. Die Teilnahme an einzelnen Vergabeverfahren bleibt in allen Editionen kostenfrei, eine Pflicht zur Bezahlung gegenüber DTVP entsteht für Bieter nie.
Login & Registrierung
Die Bieter-Registrierung erfolgt selbständig über das Online-Formular auf https://www.dtvp.de. Erforderliche Pflichtangaben sind Firmenname, Rechtsform, Anschrift, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, Hauptansprechpartner mit dienstlicher E-Mail-Adresse und Telefonnummer. Nach Eintragung erhält der Antragsteller einen Doppel-Opt-in-Link an die angegebene E-Mail-Adresse; mit Klick wird das Konto aktiv. Eine separate Identitätsprüfung oder Vorlage von Gewerbenachweisen ist für die Registrierung selbst nicht erforderlich, die Eignungsprüfung erfolgt verfahrensindividuell durch die jeweilige Vergabestelle.
Nach dem ersten Login wird der Bieter durch die Einrichtung seines Profils im DTVP-Bieterverzeichnis geführt. Dazu gehören CPV-Codes für die eigenen Leistungsbereiche, Branchenkennzeichen, regionale Tätigkeitsgebiete, Mitarbeiteranzahl, Umsatzklasse und optional Referenzprojekte. Ein vollständig befülltes Profil erhöht die Sichtbarkeit für proaktive Bieter-Recherchen durch Vergabestellen, etwa für nichtoffene Verfahren, Verhandlungsverfahren mit beschränktem Teilnehmerkreis oder Verhandlungsvergaben nach UVgO. Wer als Bieter zusätzlich an EU-weiten oder bundesweit ausgeschriebenen Bauleistungen teilnehmen will, kann seine Präqualifikation (PQ-VOL beim Auftragsberatungssystem oder PQ-VOB beim Verein für die Präqualifikation von Bauunternehmen) im Profil hinterlegen, wirkt aber rechtlich nur insoweit, als die jeweilige Vergabestelle sie als Eignungsnachweis akzeptiert.
Für Auftraggeber-Konten (öffentliche Vergabestellen) gilt ein separater, kostenpflichtiger Onboarding-Prozess, der von DTVP individuell betreut wird. Auftraggeber buchen Lizenzpakete für ihre Vergabeabteilung und werden ggf. an das cosinex BMS angebunden. Bieter-Konten und Auftraggeber-Konten sind technisch und organisatorisch getrennt; ein Wechsel der Rolle ist nicht vorgesehen. Die Kommunikation zwischen beiden Seiten erfolgt ausschließlich innerhalb des virtuellen Projektraums eines konkreten Vergabeverfahrens, was den Anforderungen an Vertraulichkeit, Gleichbehandlung und Dokumentation aus VgV und UVgO entspricht.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet die Nutzung von DTVP für Bieter?+
Die Teilnahme an einzelnen öffentlichen Vergabeverfahren ist über DTVP grundsätzlich kostenfrei, Auftraggeber dürfen Bietern nach § 9 Abs. 3 VgV keine Gebühren für die elektronische Übermittlung von Vergabeunterlagen oder Angeboten in Rechnung stellen. DTVP bietet eine kostenfreie Basis-Edition mit Recherche, Download und Angebotsabgabe. Wer mehrere Suchprofile parallel pflegen, Tagesalerts per E-Mail erhalten oder den KI-Assistenten Argos nutzen möchte, kann eine kostenpflichtige Edition buchen: Professional (39 €/Monat netto, ein Nutzer), Enterprise (79 €/Monat, bis zu 10 Nutzer) oder Supreme (ab 199 €/Monat, größere Teams). Alle kostenpflichtigen Editionen sind monatlich kündbar und beginnen mit einer 30-tägigen Testphase. Preisangaben verstehen sich zzgl. USt.
Brauche ich für DTVP eine qualifizierte elektronische Signatur (QES)?+
Die geforderte Signaturstufe legt der jeweilige Auftraggeber pro Verfahren in den Bewerbungsbedingungen fest. Nach § 53 VgV gilt für die meisten Vergabeverfahren oberhalb der EU-Schwellenwerte und in der Unterschwellenvergabe nach UVgO grundsätzlich die Textform (§ 126b BGB), eine einfache Bestätigung über das DTVP-Portal genügt. Bei sicherheitsrelevanten Beschaffungen (z. B. Verteidigungs- und Sicherheitsvergaben nach VSVgV) oder hochrangigen Verträgen können Auftraggeber eine fortgeschrittene oder qualifizierte elektronische Signatur (QES) verlangen. DTVP unterstützt alle drei Stufen. Die QES erfordert eine Signaturkarte und ein Kartenlesegerät von einem qualifizierten Vertrauensdiensteanbieter nach eIDAS-Verordnung (z. B. D-Trust, sign-me).
Wer betreibt DTVP und wie hängt es mit cosinex zusammen?+
Betreiber von DTVP ist die DTVP Deutsches Vergabeportal GmbH mit Sitz in Berlin. Gesellschafter sind die Bundesanzeiger Verlag GmbH (Köln) und die cosinex GmbH (Bochum). Bundesanzeiger Verlag bringt seine Reichweite und Erfahrung als amtlicher Verkünder (Bundesanzeiger, Bundesgesetzblatt) ein; cosinex liefert mit dem Vergabemarktplatz (VMP) die technische Plattform. Die VMP-Technologie ist eine eigene Plattform-Familie und wird auch in mehreren Landes- und Kommunalportalen eingesetzt, etwa in Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und der Metropole Ruhr. DTVP ist die prominenteste kommerzielle Implementierung dieser Technologie und gleichzeitig ein eigenständiges bundesweites Portal, nicht zu verwechseln mit evergabe.de, das ebenfalls von cosinex betrieben wird.
Welche Verfahrensarten und Auftragsarten finde ich auf DTVP?+
DTVP bildet das gesamte Spektrum der deutschen Vergabearten ab. Im Oberschwellenbereich (ab EU-Schwellenwert nach § 106 GWB): offenes Verfahren, nichtoffenes Verfahren, Verhandlungsverfahren (mit und ohne Teilnahmewettbewerb), wettbewerblicher Dialog, Innovationspartnerschaft, Konzessionsvergabe nach KonzVgV. Im Unterschwellenbereich nach UVgO und VOB/A 1. Abschnitt: öffentliche Ausschreibung, beschränkte Ausschreibung (mit und ohne Teilnahmewettbewerb), Verhandlungsvergabe, Direktauftrag. Auftragsarten umfassen Lieferaufträge, Dienstleistungsaufträge, Bauaufträge (VOB/A) sowie freiberufliche Leistungen nach § 50 UVgO. Auch dynamische Beschaffungssysteme und Rahmenverträge mit mehreren Losen werden über DTVP abgewickelt. EU-weite Bekanntmachungen werden parallel im TED-Portal veröffentlicht, der Auftraggeber wählt DTVP häufig als nationale Veröffentlichungsplattform.
Wie registriere ich mich als Bieter auf DTVP?+
Die Registrierung dauert wenige Minuten und ist über https://www.dtvp.de möglich. Sie geben Firmenname, Rechtsform, Anschrift, Umsatzsteuer-ID, Ansprechpartner, E-Mail und Telefonnummer an und wählen ein Passwort. Nach Doppel-Opt-in-Bestätigung ist das Konto aktiv. Pflichtnachweise wie Eigenerklärungen, Präqualifikation (PQ-VOL, PQ-VOB), Handelsregisterauszug oder ISO-Zertifikate werden nicht zentral bei DTVP geprüft, sie sind pro Verfahren in den Vergabeunterlagen gefordert und werden mit dem Angebot eingereicht. Ein vollständig befülltes Bieterprofil im DTVP-Bieterverzeichnis erhöht die Sichtbarkeit gegenüber Vergabestellen, die proaktiv nach Anbietern suchen, etwa für nichtoffene Verfahren oder Verhandlungsverfahren mit beschränktem Teilnehmerkreis.
Wie reiche ich ein Angebot über DTVP rechtssicher ein?+
Die Angebotsabgabe erfolgt über den virtuellen Projektraum im DTVP-Bieter-Cockpit. Sie laden alle geforderten Dokumente hoch, Leistungsverzeichnis (häufig im GAEB-DA-XML-Format bei Bauleistungen), Eignungsnachweise, Eigenerklärungen, Preisblatt, ggf. Konzept. DTVP verschlüsselt das Paket Ende-zu-Ende; die Vergabestelle kann es technisch erst nach dem Eröffnungstermin entschlüsseln, was § 10 Abs. 1 VgV (Vertraulichkeit) entspricht. Mit dem Klick auf Angebot abgeben erhält Ihr Angebot einen rechtsverbindlichen Zeitstempel; Sie können bis zum Ablauf der Angebotsfrist beliebig oft korrigieren oder zurückziehen. Nach der Frist ist eine Nachreichung nur im engen Rahmen des § 56 VgV (Nachforderung) möglich. Sie erhalten eine Eingangsbestätigung per E-Mail als Nachweis.
Welche rechtliche Grundlage gilt für Vergaben auf DTVP?+
Verfahren auf DTVP folgen dem deutschen Vergaberecht. Oberhalb der EU-Schwellenwerte (§ 106 GWB) gelten GWB (Teil 4), VgV (Liefer- und Dienstleistungen), SektVO (Sektorenauftraggeber), KonzVgV (Konzessionen) und VSVgV (Verteidigung/Sicherheit). Für Bauleistungen oberhalb des Schwellenwerts gilt VOB/A EU. Unterhalb des Schwellenwerts richten sich Liefer- und Dienstleistungen nach der UVgO (Bund und überwiegende Länder), Bauleistungen nach VOB/A 1. Abschnitt. Die E-Vergabe-Pflicht nach § 9 VgV und § 38 UVgO ist Voraussetzung für Plattformen wie DTVP: oberhalb des EU-Schwellenwerts dürfen Auftraggeber Bieter ausschließlich elektronisch kommunizieren lassen. Streitigkeiten werden vor den Vergabekammern der Länder bzw. des Bundes und den Vergabesenaten der Oberlandesgerichte ausgetragen.
Wie verhalte ich mich bei einem Absageschreiben oder einer Vorabinformation nach § 134 GWB?+
Bei EU-weiten Vergaben muss der Auftraggeber die nicht zum Zuschlag vorgesehenen Bieter nach § 134 GWB vorab informieren, mit Namen des zukünftigen Auftragnehmers, Gründen der Ablehnung und frühestem Zuschlagsdatum (in der Regel 10 oder 15 Kalendertage später, je nach Zustellweg). Diese Wartepflicht ist Ihr Zeitfenster: prüfen Sie die Begründung auf Plausibilität (Eignung, Wertung, Preisangemessenheit), legen Sie ggf. Rüge bei der Vergabestelle ein und stellen Sie bei nicht ausgeräumten Verstößen innerhalb von 10 Kalendertagen einen Nachprüfungsantrag bei der zuständigen Vergabekammer. Mit Eingang des Antrags ist der Zuschlag bis zur Entscheidung untersagt. Unterhalb der EU-Schwellen gilt diese Vorabinformationspflicht nicht; hier bleibt nur die Verfahrensrüge gegenüber der Vergabestelle.
Patterno: 4.500+ Portale in einer Suche
DTVP ist eine zentrale Veröffentlichungsplattform für deutsche Vergaben, aber bei Weitem nicht die einzige. Öffentliche Auftraggeber wählen ihre E-Vergabe-Plattform abhängig von Bundesland, Verwaltungseinheit, Branche und Verfügbarkeit interner IT-Systeme. Viele Bauunternehmen, IT-Dienstleister und Lieferanten müssen daher parallel auf 5 bis 15 verschiedenen Portalen recherchieren, um ihren relevanten Markt abzudecken: DTVP für bundesweite Verlagsausschreibungen, dazu Landesportale für die jeweiligen Bundesländer, branchenspezifische Plattformen für Bahn-, Autobahn- oder Krankenhausvergaben sowie kommunale Subreport-, AUMASS- oder Tender24-Instanzen.
Patterno löst diese Fragmentierung als Meta-Suchschicht über den deutschen Vergabemarkt: Wir indexieren DTVP gemeinsam mit über 4.500 weiteren Portalen, von TED über die Vergabemarktplätze der Länder bis zu spezialisierten Dienstleistern wie subreport ELViS, deutsche eVergabe oder iTWO Tender. Die KI-gestützte Profilsuche versteht das Geschäft eines Bieters semantisch und liefert tagesaktuell qualifizierte Bekanntmachungen, auch portalübergreifend. Patterno ersetzt DTVP nicht: Wer ein Angebot abgeben möchte, tut dies weiterhin direkt im virtuellen Projektraum auf dtvp.de (so verlangt es § 9 VgV). Patterno reduziert ausschließlich den Recherche-Aufwand vor der Angebotsentscheidung, von „täglich 5 Portale durchklicken“ zu „eine Inbox mit kuratierten Treffern aus allen Portalen“.
Weitere Vergabe-Portale
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